D&O-Versicherungsschutzes in M&A-Transaktionen

Im Mai 2019 wurde erstmals in der Geschichte von Hauptversammlungen deutscher DAX-Unternehmen einem Vorstand die Entlastung verweigert. Der Grund: Der Verfall des Aktienkurses der deutsche Bayer AG aufgrund einer Milliardentransaktion, der Übernahme des US-Pflanzenschutzmittelproduzenten Monsanto. Monsanto, das ohnehin ein angekratztes Image hat, stand bereits zum Zeitpunkt der Übernahme wegen seines Pflanzenschutzmittels Glyphosat ganz besonders im Fokus. Zahlreiche Klagen gegen Monsanto wurden bereits damals in den USA eingereicht.

Der Vorstand einer Aktiengesellschaft trägt heute eine enorme Verantwortung und sieht sich deshalb regelmäßig mit zahlreichen Risiken konfrontiert. Insbesondere M&As stellen für ihn zunehmend ein gefährliches Terrain dar. Denn voreilige oder falsche Entscheidungen können schwere Folgen mit sich ziehen. Wird eine Transaktion beispielsweise zu schnell abgeschlossen, besteht die Möglichkeit, dass Kosten und Risiken nicht mit der erforderlichen Tiefe bewertet wurden. Auch werden künftige Synergien immer wieder als zu optimistisch eingestuft – wie der Fall Bayer & Monsanto verdeutlicht.

Die gestiegenen Anforderungen gelten aber nicht nur für den Vorstand eines Unternehmens, sondern zunehmend auch für dessen Aufsichtsrat. Diesem wurde im beschriebenen Beispiel zwar die Entlastung erteilt. Die Zustimmungsquote war jedoch äußerst gering, was die Notwendigkeit entsprechender Absicherungen im allgemeinen auch für den Aufsichtsrat verdeutlicht.

Steigende Anforderungen und Haftungsrisiken für Manager

Digitalisierung und Globalisierung verändern die globale Wirtschaft stetig. Je komplexer die Weltwirtschaft jedoch wird, desto komplexer werden auch M&A-Transaktionen und die damit verbundenen Risiken. Es ist deswegen erforderlich, dass sich das Management im Vorfeld eines jeden geplanten Deals einen tieferen Einblick in die potenziellen Risiken und Chancen der Transaktion verschafft.

Während das Arbeitsumfeld von Unternehmensorganen und Managern also heute immer schwieriger wird, nimmt auch ihre Haftung im Rahmen von M&A Transaktionen immer stärker zu. Gerichtsurteile, neue Gesetze sowie schadenrelevante Entwicklungen im Ausland bergen erhöhte Risiken der persönlichen Haftung von Unternehmenslenkern.

D&O zur Absicherung verschärfter Haftungsrisiken

Immer häufiger erkennen Manager die Notwendigkeit, den Gegenstand einer Transaktion bereits im Vorfeld so tief wie möglich zu analysieren und zu bewerten. Dabei setzen sie vor allem auf eine transparente Kommunikation – innerhalb des Unternehmens selbst, aber auch mit Experten verschiedenster Bereiche. Diese stehen bereits vor der eigentlichen Entscheidung für die Transaktion beratend zur Seite. Dabei gilt es etwa auch, die Risiken von immateriellen Vermögenswerten (IP) einzuschätzen, ein Bereich, der heute immer wichtiger wird, allerdings im Rahmen von M&As meist nicht ausreichend Beachtung findet. Anders als die Berater innerhalb des Unternehmens, können Risiko-Spezialisten alle Aspekte aus unterschiedlichen Blickwinkeln durchleuchten und die Risiken, aber auch das Potenzial bewerten. Neben einer sorgfältigen Vorbereitung der Transaktion empfiehlt sich der Abschluss einer D&O-Versicherung, die Manager und Organe im Falle von Schadensersatzforderungen im Rahmen einer M&A Transaktion finanziell absichert. Außerdem sollten sie auf ein professionelles Risikomanagement zurückgreifen und externe Risikoberater und deren Expertise nutzen.

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Marcel Roeder
Head of Financial Services Group