Mitarbeitende wünschen sich Risikoleistungen bei der Betriebsrente

Vorsorge wird für Arbeitnehmende immer wichtiger: Dieser Trend ist vor allem auch bei den jüngeren Generationen zu beobachten. Der Großteil wünscht sich vom Unternehmen ein Angebot zur betrieblichen Altersversorgung (bAV). Aktuelle Krisen wie die Corona-Pandemie, der Ukraine-Konflikt oder die anhaltende Inflation dürften den Wunsch nach Sicherheit zusätzlich beflügeln. Dabei sind heute nicht nur Themen der Altersvorsorge wichtig, sondern viel mehr auch zusätzliche Risikoleistungen. Denn die gesetzliche Rente reicht auch bei vorzeitigen Versorgungsfällen für eine gesicherte finanzielle Grundlage in der Regel nicht aus.

Aon führte diesbezüglich im Sommer 2022 sowohl eine Befragung von Unternehmen als auch eine Befragung von Arbeitnehmenden durch, um herauszufinden, welche Leistungen derzeit gefragt sind und wie die Bedürfnisse der Mitarbeitenden mit den Angeboten der Unternehmen zusammenpassen.

Wichtige Bausteine der bAV: Absicherung der Familie im Todesfall und bei Berufsunfähigkeit

Wie wichtig wäre es für Sie, dass Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung (bAV) in den nachfolgenden Fällen fließen?

Repräsentative Arbeitnehmerbefragung von 1.000 repräsentativ ausgewählten Mitarbeitenden zwischen 18 und 35 Jahren aus Unternehmen aller Größenklassen (Juni 2022).

Eine gute Nachricht vorweg: Während sich die meisten Arbeitnehmenden eine Absicherung der Familie im Todesfall oder bei Berufsunfähigkeit bzw. Invalidität als Teil ihrer bAV wünschen, bieten rund 90 Prozent der Unternehmen diese Leistungen bereits an. Etwa 70 Prozent von ihnen, weil sie diese Angebote heute als selbstverständlich betrachten. 36 Prozent der Unternehmen haben darin außerdem einen Wettbewerbsvorteil im Kampf um die besten Talente erkannt.

Was sind die Gründe für die Absicherung / Einführung von Risikoleistungen?
(Mehrfachnennungen möglich)

Repräsentative Arbeitgeberbefragung von 60 Unternehmen unterschiedlicher Größenordnungen und Branchen (Juni und Juli 2022).

Allerdings gibt es Diskrepanzen zwischen Unternehmen und Arbeitnehmenden bei der Bedeutung der einzelnen Versorgungselemente. Unternehmen unterschätzen den Stellenwert von Risikoleistungen in der bAV und sehen die Altersvorsorge im Vordergrund, während diese für Arbeitnehmende gleichranging neben den Risikoleistungen steht. Mit Blick auf die Risikoleistungen selbst ist Arbeitnehmenden darüber hinaus die Absicherung bei Berufsunfähigkeit bzw. Invalidität wichtiger als die Absicherung für den Todesfall. Letztere wird wiederum von den Unternehmen etwas höher gewichtet. Eine mögliche Erklärung: Das Sterberisiko der Mitarbeitenden ist geringer als das Invaliditätsrisiko, die Kosten für die Versicherung sind somit günstiger. Für Unternehmen, die die zusätzliche Risikoleistung jedoch als strategisches Instrument im Recruiting von qualifizierten Fachkräften und dem Aufbau einer resilienten Belegschaft nutzen wollen, empfiehlt es sich, nicht am falschen Ende zu sparen und die Angebote mit Blick auf die Wünsche von Arbeitnehmenden zu modifizieren.

„Wir wissen aus der Befragung von Arbeitnehmenden, dass diese sehr großen Wert auf die Absicherung bei Berufsunfähigkeit und ihrer Familie im Todesfall legen. Sie sind auch bereit, dafür auf Teile ihrer Altersbezüge zu verzichten.”

Stephanie Zelosko, Senior Consultant bei Aon Wealth Solutions

Welche vorzeitigen Versorgungsfälle werden finanziell abgesichert?
(Mehrfachnennungen möglich)

Repräsentative Arbeitgeberbefragung von 60 Unternehmen unterschiedlicher Größenordnungen und Branchen (Juni und Juli 2022).

Kommunikation der Zusatzleistungen: bisher mangelhaft

Dass ein Großteil der Unternehmen Risikoleistungen bereits im Rahmen der bAV absichert, ist begrüßenswert. Allerdings leidet die Wertschätzung dieser Benefits , wenn sie nicht kommuniziert werden. Und tatsächlich findet hierzu nur bei neun Prozent der Unternehmen eine gesonderte Mitarbeiterkommunikation statt, lediglich 39 Prozent der Unternehmen nennen die Höhe der Risikoleistungen in den regelmäßigen Standmitteilungen. Viele Arbeitnehmende, die sich solche Leistungen wünschen, wissen also gar nicht, dass ihr Unternehmen ihnen die Möglichkeit der Absicherung – theoretisch – anbietet. „Hier gibt es deutliches Verbesserungspotenzial, denn die Unternehmen tun Gutes und reden nicht darüber,” erklärt Angelika Brandl, die gemeinsam mit Stephanie Zelosko die Unternehmensstudie zu bAV Risikoleistungen verantwortet.

Darüber hinaus spielt aber auch die Art der Kommunikation eine wichtige Rolle. Denn die Mehrheit der jungen Arbeitnehmenden wünscht sich zumindest für die Erstinformation ein persönliches Beratungsgespräch zu diesem für sie meist noch sehr komplexen Thema. Erst im weiteren Verlauf sind digitale Medien gefragt.

Kreative Lösungen für mehr Flexibilität

Ob unterschiedliche Auszahlungsformen oder individuelle Wahlmöglichkeiten bei den Risikoleistungen: Arbeitnehmende wünschen sich vor allem Flexibilität, also zum Beispiel die Möglichkeit, den Vertrag bei einem Arbeitgeberwechsel mitzunehmen, ihn während der Elternzeit auszusetzen oder an Teilzeit anzupassen. Bislang ist dies allerdings nur bei rund 20 Prozent der Unternehmen gegeben. Bei der Mehrheit der Unternehmen ist die Auszahlungsform der Risikoleistungen fest vorgegeben und die Mitarbeitenden können die Risikoleistungen nicht zugunsten einer höheren Altersleistung abwählen bzw. zulasten einer niedrigeren Altersleistung hinzuwählen.

 „Flexibilität steht bei Arbeitnehmenden ganz oben auf der Wunschliste. Das wissen wir aus mehreren anderen von uns durchgeführten Studien. Es lohnt sich also, kreative Lösungen zu entwickeln.”

Angelika Brandl, Partner bei Aon Wealth Solutions

 Aon unterstützt Unternehmen in allen Belangen der bAV

„Wir empfehlen Unternehmen, die vorhandenen Risikoleistungen zu analysieren und die diesbezügliche Versorgung an die personalpolitischen Ziele unter Berücksichtigung von aktuellen Markttrends anzupassen“, rät Stephanie Zelosko. „Durch eine stärkere Einbindung der Mitarbeitenden und eine zielgerichtete Kommunikation können Unternehmen die Zufriedenheit ihrer Belegschaft erhöhen und somit die Gewinnung und Bindung von qualifizierten Mitarbeitenden verbessern.“

Aon hat langjährige Erfahrung bei der Einführung von Risikoleistungen, unterstützt Unternehmen mit innovativen Ideen zur Gestaltung und begleitet sie als Partner von der Konzeption über die Umsetzung bis hin zur Kommunikation.

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Stephanie Zelosko
Senior Consultant – Actuarial Services Aktuarin DAV / IVS
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Angelika Brandl
Aktuarin (DAV / IVS) | Partner Retirement Solutions Aon
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