Internationale Aon Studie zum Risikobewusstsein in Krisenzeiten: „Making Better Decisions in Uncertain Times“

Die letzten Jahre waren geprägt von Krisen. Covid-19, der Ukraine-Konflikt, die Energiekrise und die Inflation aber auch der allgegenwärtige Klimawandel stellen Politik und Wirtschaft weltweit vor große Herausforderungen. Doch wie reagieren Unternehmen, wenn die Welt scheinbar Kopf steht und warum sind einige krisensicherer als andere? Mit diesen Fragen hat sich Aon im Rahmen einer aktuellen internationalen Befragung beschäftigt, um herauszufinden, was es braucht, um in schwierigen Zeiten zu bestehen oder sogar an Krisen zu wachsen.

Die Aon Studie „Making Better Decisions in Uncertain Times“, bei der über 800 C-Level und Senior-Führungskräfte von Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden befragt wurden* zeigt, dass Führungskräfte, die gut auf wirtschaftliche Unsicherheit vorbereitet sind, risikobewusster agieren und bessere Entscheidungen treffen.

  • 79 Prozent der befragten Führungskräfte und leitenden Angestellten erwarten eine Rezession, aber nur 35 Prozent fühlen sich darauf sehr gut vorbereitet.
  • Eine langfristige Betrachtung von Risiken und Wachstum unterscheidet die sehr gut vorbereiteten Führungskräfte von ihren Mitstreitenden.

Laut Studie treffen Führungskräfte, die auf Zeiten hoher Volatilität und wirtschaftlicher Unsicherheit gut vorbereitet sind, bessere Entscheidungen und agieren insgesamt erfolgreicher. Zu diesem Ergebnis führten zentrale Interviewfragen, wie „Welche Eigenschaften zeichnen Führungskräfte aus, die sehr gut auf eine Rezession vorbereitet sind?“ und: „Wie treffen Sie bessere Entscheidungen, um Ihr Unternehmen in dieser entscheidenden Zeit für Wachstum zu positionieren?“

„Starke, vorbereitete Führungskräfte sind unerlässlich, um die Widerstandsfähigkeit eines Unternehmens zu schützen und angesichts der erhöhten Volatilität Wachstumschancen zu finden.“
Stephan Winneg, Managing Director Global Clients

Was macht besonders krisensichere Führungskräfte aus?

Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass Chefs und Führungskräfte, die sehr gut auf eine Rezession vorbereitet sind, vier grundlegende Ansichten teilen:

  1. Das Eingehen von Risiken ist die einzige Option.
    62 Prozent der sehr gut vorbereiteten Führungskräfte stimmen zu, dass die Risikobereitschaft ihres Unternehmens als Reaktion auf die aktuellen makroökonomischen Bedingungen zugenommen hat. Für Unternehmen, die sich auf dem Weg in eine Rezession sehr gut vorbereitet fühlen, ist das Eingehen von Risiken keine Option – es ist eine Frage des Überlebens.
  2. Analysen und Ratschläge von internen und externen Stakeholdern helfen, bessere Entscheidungen zu treffen.
    Sehr gut vorbereitete Führungskräfte geben fast doppelt so häufig an, dass sie den Rat eines externen Beraters annehmen, um die Fähigkeit ihres Unternehmens, gute Entscheidungen zu treffen und mit Risiken umzugehen, zu verbessern. Zuversichtliche Führungskräfte widerstehen auch dem Drang, trotz schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen weniger Mitarbeitende einzustellen. Tatsächlich investieren 42 Prozent der sehr gut vorbereiteten Führungskräfte viel Zeit in die Gewinnung und Bindung von Spitzenkräften, verglichen mit nur 22 Prozent der anderen Führungskräfte.
  3. COVID-19 zeigt, dass Risiken miteinander verbunden sind.
    61 Prozent der sehr gut vorbereiteten Führungskräfte stimmen zu, dass Risiken sich gegenseitig beeinflussen. Eine noch größere Mehrheit (73 Prozent) der am besten vorbereiteten Führungskräfte ist der festen Überzeugung, dass sie durch die Erfahrungen der Pandemie bei neu aufkommenden Risiken schneller reagieren können, was ihnen zusätzliches Vertrauen bei der Bewältigung einer Rezession gibt.
  4. Langfristige Herausforderungen annehmen.
    Die fünf größten Risiken, auf die sich alle Unternehmensleiter nach eigenen Angaben konzentrieren, sind: Inflation, Finanzkrise, Energieversorgung, Cyberangriffe und Unterbrechungen von Lieferketten. Neben der Bewältigung dieser Risiken blicken sehr gut vorbereitete Führungskräfte aber auch in die Zukunft und investieren vergleichsweise mehr Zeit als andere Führungskräfte für längerfristige Herausforderungen wie wirtschaftliche/soziale Ungleichheit, disruptive Technologien, Krypto und Blockchain. Ähnlich verhält es sich mit dem Klimawandel: 49 Prozent der sehr gut vorbereiteten Führungskräfte widmet dem Klimawandel viel Zeit, verglichen mit nur 26 Prozent der anderen Führungskräfte.

„Das Klimarisiko ist keine Wahrscheinlichkeit, sondern eine Gewissheit. Unwetter werden immer mehr zu einem Teil des täglichen Lebens“, erklärt Stephan Winneg, Managing Director Global Clients bei Aon. „Die Untersuchung zeigt zwar, dass der Klimawandel eine unserer größten Herausforderungen ist. Sie zeigt aber auch, dass dieser zugleich eine unserer größten Chancen sein könnte. Der Klimawandel ist das beste Beispiel für die Verflechtung von Risiken. Viele Unternehmen betrachten das Problem des Klimawandels nach wie vor ausschließlich als Einhaltung von Vorschriften und Reputationsmanagement, anstatt es mit greifbaren Risiken wie Betriebsunterbrechungen, Materialknappheit, Lieferkettenproblematik und Reputationsschäden zu verbinden.“

Sie interessieren sich für weitere Details und Erkenntnisse? Den vollständigen Report „The Importance of Making Better Decisions“ finden Sie hier.


*Die Umfrage wurde vom 2. bis 15. September 2022 online durchgeführt. Die Studienteilnehmenden kommen aus verschiedenen Branchen in den USA, Kanada, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien.
Die Umfrage baut auf den Studien „Are You Prepared for the Next Big Threat?“ aus dem Jahr 2020 und „A New Approach to Volatility“ aus dem Jahr 2021 auf.

 

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Stephan Winneg
Managing Director Global Clients | Aon
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