Anspruchsvolle Risiken lassen sich nur noch unzureichend versichern

Ob Brexit, die Corona-Pandemie, Naturkatastrophen oder der Ukraine-Konflikt und die damit einhergehende Inflation – Schwer kalkulierbare Unsicherheiten für Unternehmen nehmen seit Jahren stetig zu und werden dabei immer komplexer. Denn fast allen Risiken ziehen heute weitere Risiken nach. In der Folge stehen verheerende Dominoeffekte wie Lieferkettenunterbrechungen oder eine zunehmende Cyber-Kriminalität.

Die immer komplexer, dynamischer und vernetzter werdende Risikolandschaft ist Kernthema des diesjährigen Aon Marktreports. Eine zentrale Erkenntnis: Traditionelle Versicherungslösungen werden diesen neuen und weltweit miteinander verzahnten Risiken nicht mehr gerecht. Unternehmen, die ihre Unternehmenswerte erhalten und ausbauen wollen, müssen ihre Risiken und ihre Resilienz neu priorisieren und Deckungen prüfen.

Auswirkungen auf den Versicherungsmarkt bereits spürbar

In zahlreichen Sparten reagieren die Versicherer mit einem verminderten Risikoappetit in Form von höheren Prämien, geringeren Deckungskapazitäten oder sogar Ausschlüssen von Risiken. Besonders betroffen: die Sach- und die Cyber-Versicherungen.

Vor allem in der Sachversicherung zeigt sich der Klimawandel in voller Härte. Hier haben beispielsweise Brände im letzten Jahr den höchsten Schadenwert seit den 2000er Jahren verursacht. Aber auch weitere klimabedingte Katastrophen wie Sturmtief Bernd sind verantwortlich für bedeutende Schadenszenarien. Die diesjährige langanhaltende Dürre mit Waldbränden weltweit lässt vermuten, dass sich dieser Trend fortsetzt.

Ebenfalls in einem rasanten Tempo verhärtet sich auch der Cyber-Markt – mit deutlichen Prämienanpassungen und zahlreiche Auflagen. Dabei ist das Vorgehen der Versicherer jedoch keineswegs einheitlich. So bewerten diese schon die Voraussetzungen für eine Versicherbarkeit des Risikos sehr unterschiedlich. „Dieses inhomogene Vorgehen der Versicherer macht es für Unternehmen schwer, sich einen Überblick über Umfang und Inhalt ihres Versicherungsportfolios zu verschaffen. Der Bedarf an aussagekräftigen Informationen und Erkenntnissen zur Gestaltung besserer Risikomanagement-Entscheidungen wächst damit ständig weiter“, erklärt Kai Büchter, CEO Aon D-A-CH.

Hinzu kommen die Preissteigerungen im Zusammenhang mit der Inflation. Der anhaltende Preisauftrieb verteuert die Schadenregulierung zusätzlich extrem. Wiederaufbauten und Reparaturen werden aufgrund der steigenden Material- und Arbeitskosten nicht nur aufwendiger, sondern auch langwieriger.

„In Zukunft müssen Risiken verstärkt in ihrer Komplexität wahrgenommen werden. Nur so kann es in einem volatilen Umfeld gelingen, intelligente und individuelle Absicherungslösungen für Unternehmen zu entwickeln. Denn es gibt nichts Teureres für Unternehmen, als ohne Kenntnis des wirklichen Bedarfs an einer vorgeblich billigen Lösung festzuhalten.“

Hartmuth Kremer-Jensen, Chief Broking Officer D-A-CH und Deputy CEO bei Aon in Deutschland

Den vollständigen Aon Marktreport mit allen spartenspezifischen Fakten und Zusammenhängen in der Versicherungsbranche können Sie sich hier kostenlos herunterladen:
www.aon.de/marktreport

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