Der deutsche Versicherungsmarkt

Markt
Report
2021

Gemeinsam Transparenz schaffen

Fast eineinhalb Jahre COVID-19-Pandemie liegen hinter uns. Die Weltwirtschaft befindet sich auf Wachstumskurs und der Sommer 2021 scheint nicht nur in Europa und den USA die erhoffte Entspannung zu bringen. Doch die weitere Entwicklung ist ungewiss und der Blick durch die Lupe zwingt zur Differenzierung: In den winterlichen Hemisphären ist die pandemische Lage weiter angespannt. Einige Branchen müssen sich geradezu neu erfinden, um aus den tiefroten Zahlen herauszukommen.

Branchenübergreifend steht bei global agierenden Unternehmen ein Thema auf der Agenda: die Absicherung internationaler Risiken angesichts der zunehmenden Anfälligkeit von Lieferketten. Erinnert sei bspw. an die Havarie der „Ever Given“ im Suezkanal oder an den Wintersturm „Uri“ in den texanischen Industrie-Clustern der USA. Alternative Deckungskonzepte wie parametrische Policen dürften künftig internationale Programme ergänzen. Nicht der Schaden begründet dann die Versicherungsleistung, sondern der Eintritt eines vordefinierten Ereignisses.

Der Schutz vor Cyber-Risiken wird ebenfalls verstärkt in internationalen Programmen eingebunden. Denn die Zahl von Ransomware-Attacken auf Unternehmen nimmt weltweit bei tendenziell steigenden Schadensummen zu. Die Bearbeitung von Schäden erweist sich aber im Konzernverbund oftmals als Herausforderung. Hier kann der Financial Interest Cover ein nützliches Instrument sein. Der Vorteil: Die Muttergesellschaft rückt sowohl bei der Risikoabsicherung als auch bei der Schadenregulierung in den Fokus.

Mit verstärkten Aktivitäten ist in den Bereichen Employee Benefits und Intellectual Property (IP) zu rechnen. Im Zuge der anhaltenden Digitalisierung gewinnt der Schutz des geistigen Eigentums per se an Bedeutung. Zudem beobachten wir eine Vielzahl von Klagen wegen vermeintlicher Verstöße gegen derartige Schutzrechte. Der Bereich Employee Benefits profitiert bereits stark von der gestiegenen Awareness für Gesundheitsthemen. Das wird sich fortsetzen, zumal viele Unternehmen auch hier eine internationale Harmonisierung anstreben.

Keine Frage, die Märkte stellen in jüngster Zeit immer mehr Lösungen zur Verfügung. Gleichzeitig ist aber festzustellen, dass der Risikoappetit von Versicherern im globalen Kontext angesichts hoher Kumulrisiken immer geringer wird. Der einzige Weg, Unternehmen auch weltweit ausreichenden Zugriff auf Kapazitäten zu sichern, liegt in der Schaffung einer maximalen Transparenz zwischen allen Beteiligten. In diesen Prozess werden wir uns als Vermittler zwischen Unternehmen und Versicherungswirtschaft mit technischem Sachverstand und langjähriger Expertise einbringen, um dieses gemeinsame Ziel zu erreichen.

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Hartmuth Kremer-Jensen
Geschäftsführer | Deputy CEO | CBO

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Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in diesem Marktreport die Sprachform des generischen Maskulinums verwendet. Es wird an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die ausschließliche Verwendung der männlichen Form geschlechtsunabhängig verstanden werden soll. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten werden dabei ausdrücklich mitgemeint, soweit es für die Aussage erforderlich ist. Dies soll keinesfalls eine Geschlechterdiskriminierung oder eine Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes zum Ausdruck bringen.