Versicherungsmathematikerinnen im Fokus: Auch Frauen mögen Statistik, Kalkulationen & Co.

„In Mathe bin ich Deko“ – So lautete die Aufschrift eines Mädchen-T-Shirts des Modeversandhändlers Otto, für den der Hersteller vor einigen Jahren einen solchen Shitstorm kassierte, dass er das T-Shirt aus dem Angebot entfernte. Verständlich; sind es doch gerade solch vermeintlich lustige Lebensweisheiten, die die öffentliche Wahrnehmung von Geschlechterrollen verzerren und die Rollen selbst nachhaltig beeinflussen. Eine Frau, die sich mit einer derartigen Aussage sicherlich nie identifiziert hätte, ist Ulrike Bürger. Als Mathematikerin erstellt sie bei Aon versicherungsmathematische Gutachten nach internationalen Standards und berät Unternehmen zu Themen der betrieblichen Altersversorgung (bAV).

Behind the scenes: Was tut eine Mathematikerin in der Versicherungsbranche?

„Die Pensionsversicherungsmathematik ist ein unglaublich vielseitiges und spannendes Teilgebiet der Mathematik und umfasst viel mehr als reine Rechnungen“, schwärmt die bAV-Beraterin. Neben der Berechnung von versicherungsmathematischen Rückstellungen beschäftigt sich Ulrike Bürger unter anderem mit der Preis-Kalkulation für die Übernahme solcher Risiken bei Firmenkäufen und -verkäufen, dem Controlling und dem Risikomanagement. In ihrer Rolle berät die Mathematikerin Unternehmen, insbesondere (nach wie vor meist frauendominierte) Personalabteilungen hinsichtlich der Gestaltung der Altersversorgung sowie die Finanzabteilung zum Thema Entwicklung ihrer Rückstellungen und dem Zins in der Handelsbilanz. „Das anhaltende Zinstief sorgt weltweit für wachsende Pensionsrückstellungen, was für viele Unternehmen ein ernstzunehmendes Problem darstellt. Gemeinsam mit meinem Team berate ich unsere nationalen und internationalen Kunden über ihre Möglichkeiten. So können sie beispielsweise Verpflichtungen in sogenannte Pensionsfonds auslagern, Pensionszahlungen durch das Angebot von Abfindungen reduzieren oder Assets bilden, die in der Bilanz gegengerechnet werden und so die Rückstellungen verringern. Was im Einzelfall die ideale Lösung ist, hängt von der individuellen Situation des Kunden ab und wird in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit von uns erörtert“, erklärt Ulrike Bürger.

Unternehmen, die Hilfe bei ihren Pensionsrückstellungen benötigen oder sich über für sie passende Lösungen beraten lassen möchten, können sich jederzeit an Ulrike Bürger und ihr bAV-Team wenden. Die Expertinnen und Experten verfügen nicht nur über langjähriges Know-how, sondern auch über ein globales Netzwerk, was ihnen dabei hilft, weltweit die besten Lösungen in Zeiten niedriger Zinsen und anderen Herausforderungen zu erarbeiten.

Einsatz für ein starkes Team

Als Teamleiterin trägt Ulrike Bürger auch Personalverantwortung. Besonders wichtig ist ihr dabei, die Förderung junger Talente. Ihrer Erfahrung nach, ist das Geschlechterverhältnis im naturwissenschaftlichen Bereich noch immer nicht ganz ausgeglichen. Das war auch in ihrem Mathematikstudium mit einem damaligen Frauenanteil von etwa 30 Prozent so. „Mich hat dieser Umstand aber eigentlich nie gestört“, erinnert sie sich. „Ich habe einfach immer das getan, was mir Spaß gemacht hat. Der Rest kam von ganz alleine. Das versuche ich auch allen jungen Talenten in meinem Team mit auf den Weg zu geben, indem ich sie ermutige, ihre Bedürfnisse und Karrierewünsche frei zu äußern.“

Dafür versucht sie Aufgaben immer fair und abwechslungsreich zu verteilen und bietet Mitarbeitenden aktiv Chancen an. „Oft trauen sich junge Menschen nicht sofort, sich für ein Projekt zu melden, zum Beispiel weil sie den Zeitaufwand aufgrund ihrer Teilzeitarbeit für zu hoch einschätzen. Ich möchte diesen Personen vermitteln, dass Teilzeitarbeit nicht bedeutet, bestimmte Arbeiten nicht zu übernehmen. Es heißt lediglich, weniger Stunden zu arbeiten.“ Um ihr Team zu ermutigen, setzt sie deshalb auf eine ausgeprägte Feedbackkultur und eine offene Kommunikation. „Ich appelliere an alle (jungen) Mitarbeitenden in Teilzeit, Zeitprobleme offen anzusprechen. Das ist nicht schlimm und erfordert nur eine Umverteilung einzelner Aufgaben.“


Zur Person

Ulrike Bürger stammt aus einer Familie, die sie bei allen ihren Wünschen immer unterstützt hat. Die Frage, ob Mathe für ein Mädchen unüblich sei, stellte sich für sie deshalb von Anfang an nicht. Da sie mit zwei Schwestern aufwuchs, gab es für sie zudem auch keine unterschiedlichen Geschlechterrollen, die sie vielleicht geprägt haben könnten.

Nach ihrem Diplom-Mathestudium arbeitete sie zunächst zehn Jahre in einem Beratungsunternehmen der Versicherungsbranche, bevor sie im Jahr 2000 zu Aon stieß, wo sie bis heute sehr glücklich ist. An ihrer Arbeit gefällt ihr vor allem die Internationalität und die direkte Zusammenarbeit mit zahlreichen unterschiedlichen Kunden. Aber auch in ihrer Rolle als Teamleiterin geht sie voll auf: Die Verantwortung für junge Menschen zu übernehmen, ist für sie ein Herzensprojekt.

Dabei spielt auch Diversity eine wichtige Rolle: Für sie beschreibt es die erfolgreiche Zusammenarbeit von Menschen mit vielfältigen Stärken und Erfahrungen. Ulrike Bürger ist überzeugt: Nur durch einen offenen Austausch im Team und durch gegenseitige Unterstützung können Talente erkannt und gefördert werden, was schließlich zur Zufriedenheit der Mitarbeitenden und zum Erfolg des Unternehmens führt.

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