Nachhaltigkeit: Was steckt eigentlich dahinter?

Nachhaltigkeit ist in aller Munde und zu einem Schlagwort der heutigen Zeit geworden. Dabei stellt sich vielen die Frage, was der Begriff eigentlich bedeutet. Ist „Nachhaltigkeit“ nur ein Trendwort oder verbirgt sich dahinter das Rezept für eine lebenswerte Zukunft? Nicht zuletzt die umstrittenen EU-Pläne, Atomenergie und Gaskraftwerke als nachhaltig zu deklarieren, stiften Verwirrung. Dabei ist Nachhaltigkeit keineswegs eine Auslegungssache, sondern viel mehr eine Abwägungssache. Denn Nachhaltigkeit ist komplex und steht mit zahlreichen Komponenten für weit mehr als nur Umweltschutz.

In den kommenden Wochen und Monaten werden wir uns auch in diesem Blog intensiver mit den verschiedenen Aspekten des Themas Nachhaltigkeit befassen, beginnend mit der heutigen Einführung. Es ist eine Menschheitsaufgabe, aber die Verantwortung dafür tragen sowohl Einzelpersonen und die Politik als auch Unternehmen und Organisationen. Auch wir bei Aon wollen unseren Teil beitragen. So haben wir uns z. B. dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2030 klimaneutral zu sein.

Nachhaltigkeit: Eine jahrhundertealte Idee

Der Begriff Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft und beschrieb das Ziel, nur so viele Ressourcen zu verbrauchen, wie nachwachsen können. Erstmals wurde der Begriff im Jahr 1713 vom sächsischen Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz verwendet, der sich um die Ressource Holz im Erzgebirge Sorgen machte und in seinem Werk Sylvicultura oeconomica an eine „beständige und nachhaltende Nutzung“ appellierte. Im Laufe der Zeit lösten Kohle, Öl und Gas das Holz mehr und mehr ab, doch es zeigte sich, dass auch die fossilen Ressourcen ihre Grenzen haben und deren Ausbeutung auf Kosten zukünftiger Generationen geht. Die Vereinten Nationen definierten den Begriff 1987 deshalb neu als eine „nachhaltige Entwicklung“: Eine „Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.“

Damit wird der Begriff heute breiter gefasst und auf zahlreiche Bereiche, wie Gesundheit, Ernährung, Umwelt oder Armut bezogen. Orientierung liefern die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.

Um Frieden und Wohlstand in der Welt zu fördern und den Planeten auch für künftige Generationen zu schützen, verabschiedeten die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen im September 2015 mit der Agenda 2030 einen konkreten Fahrplan für die globale nachhaltige Entwicklung. Dafür definierten sie 17 Ziele und 169 Unterziele. Jedes Mitglied verpflichtete sich mit Unterzeichnung, diese Ziele bis zum Jahr 2030 in der eigenen Politik umzusetzen. Dabei stehen fünf handlungsleitende Kernbotschaften im Vordergrund.

Die 5 Ps der nachhaltigen Entwicklung

Alle Nachhaltigkeitsziele richten sich nach fünf wichtigen Kernprinzipien: Fokus auf die Menschenwürde (People), Schutz des Planeten, Förderung von Wohlstand für alle (Prosperity), Sicherung von Frieden (Peace) und Gründung globaler Partnerschaften (Partnership). In Deutschland verantwortet das Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in enger Zusammenarbeit mit Partnerländern die Umsetzung dieser Ziele.

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Corinna Hussmann
Senior Manager Internal Communication, Marketing & Communications
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