„Mathe, nur was für Männer!?“ – Bedrohung durch Stereotype

Frauen haben kein gutes räumliches Vorstellungsvermögen, können nicht einparken und sind schlecht in Mathe, während sich Männer mit Sprachen und Emotionen schwertun. Vorurteile wie diese sind weitverbreitet und fest in den Geschlechterbildern der Gesellschaft verankert. Doch was ist dran an solchen „Wahrnehmungen“? Die Realität lehrt uns zum Glück oftmals eines Besseren. Denn tatsächlich gibt es beispielsweise viele talentierte und leidenschaftliche Mathematikerinnen. Eine davon ist  Aon Mitarbeiterin Anja Waschler. Sie studierte Mathematik und kann die Stereotype nicht nachvollziehen. Während ihres Studiums waren beide Geschlechter ziemlich gleichverteilt vertreten und als sie vor zehn Jahren bei Aon anfing, staunte sie sogar über den viel größeren Frauenanteil im Kollegium.

„Ich habe die Mathematik eigentlich nie als Männerdomäne betrachtet“

Die Idee, dass Frauen und Männer in bestimmten Dingen besonders gut oder schlecht sind, bekommen wir in unserer Kultur bereits in die Wiege gelegt. Und genau hier sieht Anja Waschler das Problem: Denn Frauen sind ihrer Erfahrung nach keineswegs schlechter in Mathe. „Viele Mädchen und Frauen gehen aber automatisch davon aus, genetisch benachteiligt zu sein, weshalb sie sich am Ende tatsächlich schwerer tun.“ Die Mathematikerin ist davon überzeugt, dass ohne diese falsche Wahrnehmung viel mehr Frauen einen Weg im naturwissenschaftlichen Bereich für sich wählen würden. „Mir hat Mathe schon immer Spaß gemacht und es ist mir von Anfang an leicht gefallen. Als es dann um die Wahl meines Studienfaches ging, wollte ich ganz bewusst einen Weg gehen, der eben nicht typisch weiblich ist.“

Viele Karrierechancen bleiben ungenutzt

 Wie wichtig ein grundlegendes Umdenken bei dieser Thematik ist, spiegelt sich dabei nicht nur in Sachen individuelle Selbstentfaltung wider. Auch mit Blick auf die Digitalisierung und den damit einhergehenden Fachkräftemangel in technischen Berufen zeigt sich deutlich: Wir brauchen Frauen und Männer gleichermaßen, solange sie talentiert sind. Denn: Insbesondere die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft und Technik) bleiben mehr und mehr im deutschen Arbeitsmarkt unbesetzt und dass, obwohl sie äußerst vielversprechende Perspektiven bieten. Naturwissenschaftliche Berufe werden aufgrund der rasanten technischen Entwicklung immer wichtiger, was hohe Gehälter und Karrierechancen verspricht.

Individuelle Talente entfalten

Statt klassischen weiblichen oder männlichen Studienfächern und Berufen braucht es also vielmehr individuelle Perspektiven im Leben. Jeder Mensch sollte den Beruf für sich wählen, der zu ihm und seinen Fähigkeiten passt. Nur so kann lebenslange Motivation und Freude am Job gewährleistet werden.

Experten zufolge prägt bereits die vorschulische Sozialisation unser Interesse oder Desinteresse in bestimmten Bereichen. Und dies setzt sich unser ganzes weiteres Leben so fort. Was es daher braucht, sind mehr Rollenvorbilder, die zeigen, dass auch unkonventionelle Wege gegangen werden können, wenn sie für persönlich als richtig erachtet werden.[1] Je mehr solcher Vorbilder es gibt, desto weniger „unüblich“ werden bestimmte Tätigkeiten für bestimmte Gesellschaftsgruppen. Davon ist man auch bei Aon überzeugt, wo zahlreiche Frauen und Männer arbeiten, die zeigen: Jeder Mensch kann seiner persönlichen Berufung nachkommen und sich selbst verwirklichen.

Dass es nicht immer einfach ist, den für sich idealen Weg zu finden, weiß auch Anja Waschler: „Fast niemand weiß von Anfang an, wo es konkret hingeht. Selbstverwirklichung hat auch etwas mit Erfahrung und Ausprobieren zu tun. Man muss die richtigen Nischen für sich erst finden und auch den Mut haben, etwas Neues zu probieren. Auch ich habe kurzzeitig einen Aufgabenbereich bei Aon gehabt, der mir nicht wirklich lag. Das habe ich angesprochen und dadurch hat sich für mich eine neue Tür zu einer Tätigkeit geöffnet, in der ich heute absolut aufgehe. Individuelle Selbstentfaltung ist hier ein wichtiger Aspekt von Vielfalt, wofür ich Aon sehr schätze.“

[1] Heike Solga und Lisa Pfahl (2009). Doing Gender Im Technisch-Naturwissenschaftlichen Bereich.


Autoren-Info

Anja Waschler

Anja Waschler studierte von 2004 bis 2010 Mathematik und startete im Anschluss bei Aon im Bereich Retirement Solutions ins Berufsleben. Ihre Aufgaben waren und sind äußerst vielseitig. Während sie in ihrer Anfangszeit vor allem versicherungsmathematische Gutachten und die dazugehörigen Berechnungen bestellte, trägt sie heute die organisatorische Verantwortung für die von ihr betreuten Kunden. Im Rahmen einer sehr erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem European Actuarial Services Team in Budapest arbeitete sie zweimal für drei Monate am Standort in Ungarn, woraus sich für sie die Chance ergab, zusammen mit Henry Prigge die Koordination der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Ungarn zu übernehmen. Anja Waschler hat die Chancen zur persönlichen Selbstentfaltung bei Aon schätzen gelernt – und genutzt. Insbesondere die Internationalität hat ihr dabei neue Türen geöffnet. Eine Rolle, in der sie sich bis heute sehr wohl fühlt.

Gerade mit Blick auf ihre enge und von verschiedenen Kulturen geprägte Zusammenarbeit hat Anja Waschler ein klares Verständnis von Diversity. Für sie beschreibt es vor allem ein respektvolles und offenes miteinander Arbeiten und Leben. Und dafür, so sagt sie, müssen wir alle konsequent mit den Schranken und Schubladen in unseren Köpfen brechen.

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