Factoring: Ein „atmendes“ Instrument (nicht nur) für die strategische Unternehmensfinanzierung Teil 2

Lesezeit: 3 Minuten

Im klassischen Sinn ist Factoring eine flexible Finanzierungsmöglichkeit für Unternehmen, bei der Forderungen aus Leistungen oder Lieferungen fortlaufend an einen Factor verkauft werden.  Mit dieser bewährten Methode können Unternehmen ihre Liquidität nachhaltig optimieren. Doch Factoring kann noch mehr.

Verstecktes Potenzial: Der Bilanzeffekt

Während Factoring vor allem für seinen Finanzierungseffekt bekannt ist und genutzt wird, birgt die
Methode als „atmendes“ Instrument auch einen sogenannten Bilanzeffekt: Wächst ein Unternehmen, so macht es mehr Umsatz, hat aber auch mehr Forderungen – und kann mehr Factoring betreiben. Die Finanzierung wächst also mit dem Umsatzanstieg des Unternehmens.

Einfaches Beispiel: Ein Unternehmen hat eine Bilanzsumme von 100 Euro. Auf der Aktiva entfallen davon 50 Euro auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie  50 Euro auf das Anlagevermögen. Die Passiva setzt sich aus einem Eigenkapital von 20 Euro und Verbindlichkeiten in Höhe von 80 Euro zusammen. Finanziert wird somit mit 20 Prozent Eigenkapital und 80 Prozent über Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen. Das Unternehmen verkauft nun 90 Prozent der Forderungen, woraufhin nur noch 5 Euro an Forderungen verbleiben, was die Bilanzsumme reduziert, da die von der Factoring-Gesellschaft gezahlten 45 Euro wiederum dazu genutzt werden, die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zu reduzieren. Auf diese Weise lassen sich die Eigenkapitalquote und damit die eigene Bonitätseinstufung deutlich verbessern. Dieses gibt sowohl Warenkreditversicherern die Möglichkeit höhere Limite zu zeichnen als auch Banken ihre Risikoeinschätzung auf den Factoringnutzer zu optimieren.  

Von diesem Bilanzeffekt können alle Unternehmen, unabhängig von der Größe, profitieren, da hier klare KPIs verbessert werden, an denen beispielsweise CFOs oder das Treasury immer wieder gemessen werden.

Beispiel: Bilanzeffekt vor und nach Factoring

  • Factoring führt zur Bilanzverkürzung und damit zur Erhöhung der Eigenkapitalquote
  • Eigene Bonitätseinstufung verbessert sich
  • Höhere Limitzeichnung auf der Lieferantenseite bei Warenkreditversicherern und damit mehr Wareneinkauf auf Ziel möglich
  • Optimierung des Cashflows

Alles aus einer Hand: Aon unterstützt Unternehmen ganzheitlich 

Factoring bietet zweifellos zahlreiche Vorteile: Neben der Optimierung des Working Capitals und der Minimierung von Forderungsausfällen (inkl. permanenter Risikoüberwachung) trägt es auch einer Verbesserung der (Bilanz-)Kennzahlen und der umsatzkongruenten Finanzierung bei. Vermehrt wird Factoring auch von Unternehmen mit Auslandsgesellschaften genutzt, um die positiven Effekte in weiteren Ländern und somit rund um den Globus zu realisieren.

Aon berät und unterstützt Unternehmen hier mit langjähriger Expertise im Factoring-, Kreditversicherungs- und Bankenmarkt sowie einem umfangreichen Netzwerk aus allen relevanten Factoring-Gesellschaften. Während die Vergütung hier über den jeweiligen Factor erfolgt, profitieren Kunden von einer unkomplizierten Abwicklung, bedarfsgerechten Lösungen und meist deutlich besseren Konditionen bei Struktur und Pricing. Als global führender Experte für Warenkreditversicherungen kann Aon zudem auch das entsprechende Deckungskonzept vermitteln und damit ein ideales Zusammenspiel von Versicherung und Factoring gewährleisten.

Beitrag teilen

Ansprechpartner

Thomas Bieneck
MBA | Head of Structured & Capital Solutions | Aon Germany
+49 69 29727 6020

Nils Wulff
Director Funded Solutions | Credit Solutions | Aon
+49 40 3605 3208

Kommentar verfassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

19 − 4 =