Zwei Fliegen mit einer Klappe

Globale Wellbeing Studie 2021 “Working Well” von Aon

„Rising Resilient“. Gesteigerte Widerstandsfähigkeit. Und das nicht nur in Bezug auf Mitarbeiter, sondern vielmehr auf das gesamte Unternehmen. Resilienz, Belastbarkeit und damit eng verbunden: Wellbeing. All dies sind Kernthemen für Unternehmen, die getrieben durch die Corona-Pandemie auf der Agenda der Arbeitgeber plötzlich ganz weit nach oben gerutscht sind – und dort auch nach der Krise bleiben sollten.

Warum, stellt die neue Aon Global Wellbeing Studie 2021 „Working Well“ heraus. Nach der im vergangenen September veröffentlichten Studie „The Rising Resilient“ handelt es sich nun bereits um die zweite Studie aus dem Bereich Aon Health Solutions, die sowohl den Stellenwert und die Umsetzung von Wellbeing-Strategien in Organisationen als auch deren Auswirkungen auf die Unternehmensleistung untersucht und so für Arbeitgeber weitere wichtige Erkenntnisse zutage fördert.

Stete Herausforderung: Wellbeing in der Praxis

Schlüsselerkenntnis der Auswertung ist, dass sowohl weltweit als auch in Deutschland zwar 82% der befragten Unternehmen Employee Wellbeing als wichtig erachten, jedoch nur 57% der deutschen Firmen eine klar fokussierte Strategie etabliert bzw. nur 21% eine solche vollends in die Unternehmens- und Personalstrategie eingebunden haben. Basis aller erhobenen Daten bilden die Aussagen von weltweit über 1.600 befragten Arbeitgebern aus insgesamt 41 Ländern.

Auf dem Weg hin zur Entwicklung und Implementierung einer ganzheitlichen Wellbeing-Strategie gilt weltweit wie auch in Deutschland die „Einbindung von Initiativen in die eigene Unternehmenskultur“ als wichtigster Treiber (Deutschland: 69%). Als globale Herausforderungen werden dagegen – neben finanziellen Ressourcen – vor allem mangelndes Mitarbeiter-Engagement bzw. -Interesse genannt (42%; Deutschland: 34%). Speziell in Deutschland kommt darüber hinaus der Lokalisierung, also der „Adaption von Wellbeing-Initiativen an lokalen Standorten“, eine besondere Bedeutung zu: Mit 48% wird dies als größte Herausforderung für eine Einführung bzw. den Ausbau einer Wellbeing-Strategie gesehen.

Um hier entgegenzuwirken, ist die Unterstützung durch das Management A und O: 89% der befragten Organisationen weltweit sind der Meinung, dass insbesondere der Chief Human Resources Officer (CHRO) wichtigste Person im Rahmen der Umsetzung von Wellbeing-Initiativen sei – dicht gefolgt vom CEO (78%). Auch in Deutschland werden beide als zentrale Treiber einer Wellbeing-Strategie betrachtet – darüber hinaus spielt hier jedoch auch der CFO eine wichtige Rolle (CHRO: 90%, CEO: 79%, CFO: 62%).

Wellbeing und Unternehmensperformance: Klare Win-win-Situation

Die globalen Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich eine Investition in das Wellbeing der eigenen Mitarbeiter durchaus positiv auf das Gesamtgeschäft auszahlt:

  • Unternehmen, die ihre Wellbeing-Performance um 3% verbessert haben, verzeichnen einen Anstieg um 1% in der Kundenzufriedenheit und -bindung
  • Unternehmen, die ihre Wellbeing-Performance um 3,5% verbessert haben, verzeichnen ebenfalls einen Anstieg um 1% in der Mitarbeiterzufriedenheit sowie in der Kundenakquise
  • Unternehmen, die ihre Wellbeing-Performance um 4% verbessert haben, verzeichnen ein 1%-iges Gewinnwachstum und einen ebenso großen Rückgang in der Mitarbeiterfluktuation

Hierbei handelt es sich um wichtige Erkenntnisse für Unternehmen, die zum Umdenken bewegen sollten. Und es besteht durchaus Handlungsbedarf: Obwohl der Großteil der Befragten die Relevanz von Wellbeing für das eigene Unternehmen bestätigt, belegen die Themen „Unterstützung der Mitarbeiter zur Aufrechterhaltung einer gesunden Work-Life-Balance“ und „Verbesserung des Employee Wellbeings“ auf der Prioritäten-Skala global nur die Plätze 8 bzw. 9 (25%; Deutschland: Platz 10 (20%) und 8 (22%)). Die Bereiche „Erreichung finanzieller Ziele“ sowie „Gewinnung und Halten von Talenten“ stehen weltweit dagegen mit 52% und 46% auf den Plätzen 2 und 3 (Deutschland: Platz 1 (52%) und 5 (41%)).

Auch bei der Frage, welche Punkte einen starken negativen Einfluss auf das Geschäft haben, belegen diese beiden Faktoren global die obersten Ränge. „Mitarbeitergesundheit“ und „Kontrolle von Gesundheitskosten“ befinden sich dagegen am unteren Ende der Einschätzung hinsichtlich ihres Negativ-Einflusses auf das Business – insbesondere letzteres steht damit im klaren Widerspruch zu den zuvor genannten Wellbeing-Herausforderungen.

Diese Zahlen zeigen deutlich, dass die Sichtweise vieler Unternehmen auf das Thema Wellbeing stark verzerrt ist – sowohl global als auch in Deutschland. Nach wie vor ist der direkte Zusammenhang zwischen Wellbeing und der Unternehmensleistung entweder nicht bekannt oder bestenfalls unklar. Vielen Personalverantwortlichen fällt es schwer, eine Verbindung zwischen beiden Aspekten herzustellen und sich die daraus ergebenden Vorteile aktiv zu Nutzen zu machen.

Die richtige Umsetzung macht’s!

Die Ergebnisse der Resilienz-Studie aus 2020 zeigten darüber hinaus, dass Resilienz auf den unterschiedlichen Wellbeing-Bereichen (physisch, emotional, finanziell, sozial und beruflich) basiert, welche miteinander verzahnt und auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter abgestimmt, eine Steigerung der Widerstandsfähig nach sich ziehen. Dies unterstreichen auch die Resultate der aktuellen Wellbeing-Studie: Den größten Einfluss auf das Gesamt-Wellbeing von Belegschaft und Unternehmen haben starke und klar fokussierte Strategien, die ein aufeinander aufbauendes Maßnahmenpaket umsetzen; einzelne bzw. Ad-hoc-Initiativen dagegen bewirken laut Erhebung in der Regel keinerlei Veränderung – weder in der Wahrnehmung der Mitarbeiter noch für das Unternehmen selbst.

Zur Methodik

Die Daten für den Report wurden im Auftrag von Aon und in Zusammenarbeit mit dem international tätigen Marktforschungsunternehmen IPSOS in den Zeiträumen März bis April und September bis Oktober 2020 unter 1.648 teilnehmenden Unternehmen aus insgesamt 41 Ländern und in 25 Sprachen in Form einer Online-Umfrage erhoben. Hervorzuheben ist, dass der Ausbruch der Corona-Pandemie (COVID-19) im Jahr 2020 mit der Forschungsphase dieser Studie zusammenfiel.

Zurück zur Startseite
Anja Reith
Manager Strategy & Communications Health Solutions
+49 208 7006 2668