Warentransport­versicherung

Stabile Auszahlungen bei steigenden Kosten

Die Kunden der Warentransportversicherer haben 2018 Leistungen in gleicher Höhe wie im Vorjahr erhalten. Die Preise stiegen jedoch um rund 4,5 Prozent. Dementsprechend haben die Versicherer nur noch 75 Prozent der eingenommenen Beiträge (Vorjahr: 80 Prozent) ausgezahlt. Die Schnelllebigkeit der internationalen Politik wird weiterhin einen starken Einfluss auf die Angebotsqualität haben.

Marktsituation

Die Preise für die Warentransportversicherung waren in den letzten Jahren starken Schwankungen unterworfen. 2018 ist nach einem Rückgang im Vorjahr ein 6-Jahreshoch erreicht. Trotz insgesamt steigender Preise verhalten sich die Versicherer wechselhaft und alles andere als einheitlich. Die Schadenzahlungen der Versicherer bewegen sich dagegen nahezu auf Vorjahresniveau. Unverändert steigen die deutschen Exporte jährlich an – um etwas über 3 Prozent zwischen 2017 und 2018 und im Zeitraum zwischen 2013 und 2018 um über 21 Prozent. Im Vergleichszeitraum erhöhten sich die Preise für Warenversicherungen nur um knapp 7 Prozent – das 6-Jahreshoch relativiert sich entsprechend. Die Schadenquote befindet sich auf dem zweitniedrigsten Stand seit 2013.

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Preise für Warentransport-
versicherung erreichen
6
Jahres-
hoch

Die individuellen Ergebnisse der Versicherer weichen von diesem Wert teilweise deutlich ab. Entsprechend vielfältig fallen bei den Versicherern die Interpretationen der aktuellen Situation und die zukünftigen Maßnahmen aus.

Ausblick

Waren im Marktvergleich in den vergangenen Jahren kaum Veränderungen in der Preisgestaltung zu verzeichnen, scheint nun eine Trendwende stattzufinden. Die Versicherer passen die Preise stärker an das individuelle Risiko des jeweiligen Kunden an und bemühen sich daher, bessere Kenntnis über die jeweiligen Risikoverhältnisse zu erhalten. Dazu zählen Wert und Empfindlichkeit der versicherten Güter, Absatz- und Bezugsmärkte, Qualität des Risikomanagements und die Wertkonzentrationen. Die statistische Betrachtung von Risiken spielt weiterhin eine große Rolle. Dabei stellen internationale Versicherer die globale Analyse in den Fokus.

Markttrends

Der Zusammenschluss der Versicherer AXA und XL Catlin wird die zur Verfügung stehenden Kapazitäten nicht grundlegend beeinflussen. Allerdings ist derzeit noch unklar, inwieweit die abweichenden Underwriting-Philosophien dieser beiden Versicherer in einem zukünftig gemeinsam agierenden Unternehmen gelebt werden.

Pauschalierung der Versicherungsangebote reduziert Angebotspolitik

Es erfolgt in stärkerem Maße eine zentrale Entscheidungsfindung auf Basis standardisierter Rechenmodelle. Die individuelle Risikobewertung auf Basis von Individualmaßnahmen des Kunden zur Risikoverbesserung muss dann in das Rechenmodell einfließen. Die Entscheidung des Ansprechpartners des Versicherers vor Ort tritt stärker in den Hintergrund.

Die starke Pauschalierung der Versicherungsangebote an den Kunden, zum Beispiel durch die Vereinbarung von Festprämien ohne Deklaration von Risikokomponenten, führt zu einer Unsicherheit der Versicherer. Daraus resultiert eine reduzierte Angebotspolitik (Ausschluss von Länderrisiken) oder die Kündigung versicherter, aber nicht quantifizierbarer Risiken (Kündigung der politischen Risiken für definierte Produkte für Transporte durch den Persischen Golf).

Insgesamt ist zu erwarten, dass die Schnelllebigkeit politischer Entwicklungen zunehmend Einfluss auf den Umfang des Versicherungsschutzes haben wird.

Prämien- und Schaden­entwicklung in der Waren­transport­versicherung

Quelle: GDV

Deutsche Exporte von 2013 bis 2018

Quelle: Statista