Terror­versicherung

Steigende Gefahr durch Terror

Der Fokus für terroristische Anschläge hat sich weiter verändert. Neue Ideologien, Taktiken und Ziele stellen globale Unternehmen vor Herausforderungen. Der Versicherungsmarkt bleibt jedoch insgesamt stabil und reagiert nur in Risikoländern mit Preisanpassungen.

Terroranschläge zielen besonders oft auf den öffentlichen Raum. Veranstaltungen und Ereignisse, die eine große Anzahl von Menschen anziehen, sind nach wie vor besonders anfällig für Terrorismusrisiken. Im Jahr 2018 wurden weltweit 16 terroristische Anschläge gegen Sport- und Unterhaltungseinrichtungen registriert.

Terroristische Anschläge können aber auch jedes Unternehmen treffen – direkt oder indirekt. Auch wenn der Anschlag lediglich in der Umgebung eines Unternehmens stattfindet, sind die Auswirkungen oft immens. Egal ob politisch, ideologisch oder religiös motivierter Terrorismus: Schusswaffen, Bomben, Autos und Klingenwaffen sind die tödlichsten Angriffsformen in westlichen Ländern. Während islamistische Anschläge im Westen zurückgingen, stieg die Zahl von rechtsextremen Anschlägen wie im März 2019 in Christchurch (Neuseeland) und Anfang August im texanischen El Paso stark an.

Anschläge
des Islamischen Staats (IS) in Nordamerika, Europa, Australien
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Marktsituation

Die Prämien und zur Verfügung stehenden Kapazitäten sind weitestgehend stabil gegenüber dem Vorjahr. Dennoch schauen sich die Underwriter Risiken genauer an. Besonders in Ländern und Regionen mit erhöhter Terrorismusgefahr werden Kapazitäten knapper und Preise erhöht.

Kunden sind besonders an Versicherungsschutz bei Betriebsunterbrechung ohne vorangegangenem Sachschaden interessiert (non physical BI). Solche Deckungen werden von einigen Anbietern in Form von Versicherungsschutz bei Terrordrohung angeboten.

Ausblick

Der Markt bleibt flexibel und muss auf die wechselhafte Gefahrenlage reagieren. Underwriter und Broker werden auch in Zukunft neue Produkte entwickeln, um die Versicherungslösungen an die Bedürfnisse der Kunden anzupassen.

Es wird sich zeigen, welche Weiterentwicklungen und Deckungserweiterungen sich langfristig im Markt durchsetzen.

Rechtsextreme Anschläge nehmen zu

Markttrends

Die dschihadistische Militanz bleibt weltweit eine Bedrohung, wie die jüngsten Anschläge in Sri Lanka gezeigt haben, während rechtsextreme Aktivitäten eine weitere Dimension der Terrorismusrisiken in Europa und Nordamerika darstellen. Rechtsextreme fokussieren ihre Aktivitäten auf ethnische und religiöse Minderheiten sowie bekannte liberale Politiker und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Ihre Angriffe richten sich am häufigsten gegen Moscheen, Synagogen, Flüchtlingszentren und andere Symbole von Multikulturalismus und Einwanderung. Dieser kulturelle Kampf wird auch in Zukunft die terroristische Gefahr bestimmen.

Amokläufe stellen weiterhin einen Grenzfall bei Anschlägen dar. Aktuell gibt es nur wenige Versicherer, die speziellen Versicherungsschutz zur Absicherung von Sach- beziehungsweise Ertragsausfallschäden bei Amokläufen anbieten. Die Leistungen werden als Zusatzbaustein zu Terrorversicherungen bereitgestellt. Doch der Markt ist in Bewegung. Die Zahl der Anbieter dürfte sich bald erhöhen.

Weltkarte der Terrorgefahren 2019

Negligible Risk
Low Risk
Medium Risk
High Risk
Severe Risk

Quelle: The Risk Advisory Group plc