Real Estate

Risikoprüfungen nehmen zu

Während die Versicherungsprämien für Wohnimmobilien seit Jahren steigen, sind die Prämien für gewerbliche Immobilien seit 2003 kontinuierlich gesunken. In einem sehr weichen Marktumfeld wurden vermeintlich leichte Risiken im Immobiliensektor häufig ohne jede Prüfung gezeichnet. Seit Herbst 2017 ist ein Umdenken zu erkennen.

Marktsituation

Versicherer fokussierten sich bei der Sanierung zunächst auf schadenbelastete Verträge mit Risiken in Deutschland. Inzwischen stehen aber auch schadenunauffällige Verträge sowie internationale Versicherungsprogramme auf dem Prüfstand.

Deckungseinschränkungen sind keine Seltenheit mehr

In der Vergangenheit erfolgten Prämienerhöhungen oft nur mit Blick auf die Frequenzschadenquote des betroffenen Vertrags. Schadenrückstellungen für Brandschäden oder Naturkatastrophen wie beim Orkantief Friederike in Europa oder Hurrikan Michael in Florida waren 2018 meist nicht ausreichend.

Diese Versicherer nehmen nun wieder eine weitreichende Prüfung der Objekte vor. Dabei berücksichtigen sie neben der Nutzungsart und der Schadenhistorie auch Angaben zur Bauart, zum Brandschutz sowie zum Risiko durch Naturgefahren.

Diese Prüfungen führen häufig zu massiven Sanierungsforderungen. Neben Prämienerhöhungen kommt es auch zu Deckungseinschränkungen. Dies können z. B. generelle Selbstbehalte, hohe Selbstbehalte für Naturgefahren oder reduzierte Entschädigungsgrenzen sein. Dabei sind eventuell vorhandene Finanzierungsanforderungen zu beachten.

Umfassende
Prüfungen
lassen Prämien steigen
documents
Nutzungsart
history
Schaden­historie
construction-type
Bauart
fire
Brandschutz
natural-disaster
Naturgefahren

Durch den Wegfall einzelner Versicherer sowie Zeichnungsverzichte sind in manchen Bereichen die Kapazitäten knapper geworden. Bei internationalen Versicherungsprogrammen erschweren geänderte Rückversicherungsanforderungen einzelner Gesellschaften die Bildung von Konsortien und sorgen so für eine weitere Verknappung.

Ausblick

Investitionen in Immobilien sind und bleiben attraktiv. Sinkende Leerstandsquoten sprechen auch künftig für einen deutlichen Zuwachs.

Trotz einer positiven Grundstimmung müssen Immobilienkunden mit steigenden Anforderungen der Versicherer an ihre Informationspflicht rechnen. Auch teilweise deutliche Prämienerhöhungen sind wahrscheinlich. Die Unternehmen sollten das in die Budgetplanung einfließen lassen. Bei großen Wohnimmobilienportfolios spielen darüber hinaus effiziente Prozesse eine immer größere Rolle.