Blick über das Weltkulturerbe Bergpark mit Herkules in Kassel

Die Gefahr von Terroranschlägen ist unverändert gegeben. Staatliche Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung führten in einigen Ländern zu inneren Unruhen, während Kapazitäten punktuell eingeschränkt wurden. Beides erhöhte die Nachfrage und rückt die individuelle Absicherung politischer Risiken in den Fokus.

Marktsituation

Zwar ist die Häufigkeit von Anschlägen in Nordamerika und Europa im Jahr 2020 zurückgegangen. Jedoch bleiben die Treiber für die Motivation von Anschlägen trotz der COVID-19-Pandemie die gleichen. Die Entschleunigung und die Reisebeschränkungen, die 2020 zu einer Verlangsamung des öffentlichen Lebens geführt haben, haben sich 2021 nicht im selben Maße fortgesetzt. Grundsätzliche Bedrohungen bleiben gleich.

Das Risiko innerer Unruhen steigt in vielen Regionen

Quelle: Terrorism Tracker

Die Anzahl von Ländern und Regionen, die politischer Gewalt ausgesetzt waren, hat sich deutlich erhöht. Die wirtschaftliche Instabilität wurde vielerorts genutzt, um politische Ziele gewaltsam zu verfolgen. Während das Jahr 2019 insbesondere in Europa den rechtsextremen Terrorismus als die am schnellsten wachsende Form des Terrorismus zeigte, reduzierten sich im Jahr 2020 rechts- (oder extrem links-) gerichtete Anschläge auf das Niveau von 2018.

Ausblick

Die Preise und Kapazitäten zur Abdeckung von Schäden durch Terrorismus und politische Gewalt stabilisierten sich im Jahr 2020 weiterhin, da der Markt die im Jahr 2019 durch verschiedene zivile Unruhen entstandenen Schäden absorbiert hat. Der Risikoappetit der Märkte bleibt auf konstantem Niveau.

Lokale Maßnahmen zur Kontrolle und Eindämmung der Pandemie führten in einigen Ländern zu Unruhen. Dies betraf auch Länder, die zuvor als risikoarm galten. Insbesondere in diesen Regionen reagieren die Märkte mit eingeschränkterem Appetit. Dennoch bleiben auch hier genügend Kapazitäten zur angemessenen Absicherung der Risiken.

Markttrends

Eine Reihe internationaler Sachmärkte hat die Kapazitäten zur Absicherung von SRCC (Strike, Riot, Civil Commotion)- Gefahren deutlich eingeschränkt. Dies erhöhte ebenfalls die Nachfrage nach eigenständigen Terror- und politischen Risikolösungen. Dieser Trend wird im Jahr 2021 noch deutlich zunehmen.

Es gibt eine erhöhte Nach­frage nach Ab­sicherung von Terror- und politischen Risiken, weil gewalt­same und gewalt­freie Proteste insgesamt zunehmen. Die Zahl der Ab­schlüsse bleibt jedoch un­verändert.

Ina Straub

Eine Vielzahl flexibler Lösungen und individueller Konzepte bietet die Möglichkeit, auf die Besonderheiten eines Risikos zu reagieren und so der Nachfrage auch in besonderen Konstellationen gerecht zu werden.

Nach wie vor werden die Preise im Wesentlichen von der Risikoart, den Standorten und der Schadenhistorie abhängen. Die Kapazitäten könnten daher in Ballungszentren und Metropolen knapper und teurer werden.

Inhaltlich deuten erste Tendenzen darauf hin, dass Ausschlüsse von Cyberrisiken zu diskutieren sind. Insofern folgen die Versicherer von Terror und politischen Risiken dem Trend des Sachversicherungsmarktes. Ob und in welcher Ausprägung sich dies in der Fläche durchsetzt, bleibt abzuwarten.