Versicherer konzentrieren sich weiter auf Rentabilität. Folgende Themen sind im Fokus: Brandschutz, weitere objektbezogene Risiken und der Zeitaufwand, den ein Portfolio verursacht. Besonders Schäden werden kritisch hinterfragt. Kunden müssen sich vielfach auf steigende Prämien und weniger Freiräume bei der Risikoabsicherung von Immobilienobjekten einstellen.

Marktsituation

Neben generellen Prämienerhöhungen standen in den letzten beiden Jahren insbesondere schadenbelastete Verträge auf dem Prüfstand. Nun rückt das individuelle Risiko stärker in den Fokus. Die Versicherer setzen detaillierte Angaben zur Bauart der Immobilien sowie zum Brandschutz voraus und berücksichtigen diese in der Prämienkalkulation. Zudem wird die Umsetzung von Brandschutzempfehlungen und anderen Maßnahmen zur Risikoverbesserung konsequenter gefordert. Erfüllen Kunden die Anforderungen nicht, müssen sie häufiger mit Deckungseinschränkungen rechnen.

Preisindizes für Gewerbeimmobilien in 127 Städten (German Property Index)

Index, 2010 = 100

Quelle: Deutsche Bundesbank
nach Angaben der bulwiengesa AG

Den Kunden steht für die Absicherung nationaler Risiken weiterhin ein breiter, aber selektiver Markt offen. Verschiedene Faktoren können das Marktangebot jedoch schnell einschränken. Dabei gilt: Je schwieriger die Nutzungsart, je höher die Versicherungssumme einzelner Objekte, je größer die Komplexität, je internationaler das Immobilienportfolio und je höher die Naturgefahrenexponierung, desto enger wird der Markt.

Abgesehen von der Risikoqualität und der Prämie spielt der Zeitaufwand, den ein Portfolio für die Versicherer verursacht, eine immer größere Rolle. Dies gilt nicht nur für arbeitsintensive Ausschreibungen, sondern auch für bestehende Kundenverbindungen. Ergänzend zur Schadenbearbeitung steht hier der Aufwand in der Betriebsabteilung sowie gegebenenfalls in der Auslandskoordination im Fokus. Dabei erhöhen klare und schlanke Prozesse die Attraktivität des Portfolios. Wie sich zeigt, sind Versicherer grundsätzlich bereit, in IT-Anbindungen zu investieren – vorausgesetzt, es besteht eine langjährige Partnerschaft.

Bei strittigen Schäden beauftragen die Versicherer vermehrt externe Kanzleien. Fallen die Schäden größer aus, verlassen sich die beteiligten Versicherer seltener auf die Rechtsauffassung der führenden Gesellschaft.

Aon stellt einen Trend fest, dass Schäden in Bezug auf Deckung und Schadenhöhe kritischer geprüft werden.

Ausblick

Das selektivere Zeichnungsverhalten der Versicherer wird bei weniger erwünschten Risiken zu weiter steigenden Prämien, höheren Selbstbehalten und Deckungseinschränkungen führen.

Markttrends

Die Erfahrungen aus der Covid-19-Pandemie haben Versicherer dazu veranlasst, die Versicherungsbedingungen genauer zu überprüfen. Investoren und Betreiber sollten daher mit Klarstellungen und Deckungseinschränkungen rechnen. So stehen aktuell neben Pandemie-Ausschlüssen insbesondere Cyber-Ausschlüsse im Fokus.