Health & Benefits

Neue Arbeitswelten fördern Innovationen

Veränderte Arbeitsformen und -prozesse wirken unmittelbar auf die Gesundheitsvorsorge. In dem per se innovationsgetriebenen Markt Employee Wellbeing reagieren die Versicherer, nach anfänglicher Unsicherheit, schnell und flexibel auf neue Bedürfnisse der Unternehmen. Dort gewinnen finanzielle Fürsorge, betriebliches Gesundheitsmanagement und Assistanceleistungen spürbar an Bedeutung.

Employee Wellbeing

Group Life

Die Covid-19-Pandemie spiegelt sich deutlich in verstärkten Anfragen nach Risikolebensversicherungen wider. Auch die Nachfrage nach kollektivem Berufsunfähigkeitsschutz nimmt weiterhin zu. Maßgeblicher Treiber ist hier die anhaltend niedrige Verzinsung der Altersrentenprodukte. Sie werden auch dafür genutzt, bestehende Berufsunfähigkeitszusagen kongruent rückzudecken. Vor allem international tätige Unternehmen sind bestrebt, die Leistungen für die Mitarbeiter länderübergreifend zu harmonisieren.

Mehr als
10000
Unternehmen
bieten ihren Mitarbeitern
Ende 2019 eine bKV an

Insgesamt sind drei Trends bei den Versicherern zu beobachten: Erstens bieten sie bei bestehenden Produkten zusätzliche Ausgestaltungsmöglichkeiten im Produktdesign an. Dadurch können Unternehmen den Versicherungsschutz besser an die betrieblichen Gegebenheiten und Budgets anpassen. Zweitens werden die Produkte zunehmend auch für kleine und mittelständische Unternehmen sowie kleinere Kollektive geöffnet und drittens weiten die Anbieter ihre Assistanceleistungen sukzessive aus.

Betriebliche Krankenversicherung

Seit Beginn des Jahres sind die Prämien der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) im Rahmen des Sachbezuges in Höhe von monatlich 44 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei.

Die vereinbarte jährliche Barrente in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Anteil an der Gesamtzahl der BU-Versicherungsverträge

Quelle: GDV

Boten im Jahr 2015 noch nicht einmal 4.000 Unternehmen ihren Mitarbeitenden eine bKV an, waren es Ende vergangenen Jahres bereits mehr als 10.000 Unternehmen. Verglichen mit der betrieblichen Altersversorgung (bAV) führt die bKV zwar ein Nischendasein, wird sich aber im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsfürsorge fest etablieren. Dabei hält der Trend zu „Budgettarifen“ weiter an. Kennzeichnend für diese Lösungen ist, dass der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern ein festes jährliches Gesundheitsbudget zur Verfügung stellt, das sie individuell nach ihren Bedürfnissen in Anspruch nehmen können.

Covid-19

Die Versicherer haben auf die Covid-19-Pandemie in sehr kurzer Zeit in drei Bereichen mit neuen Produkt- und Ergänzungsangeboten reagiert. Während telefonische und webgestützte Beratungsangebote dauerhaft in die Produktlinien einfließen, werden Produkte zur finanziellen Entschädigung bei Covid-19- Erkrankungen und Bereitstellung von Testkapazitäten im Zuge von „Return-To-Work“ je nach Pandemieverlauf stärker genutzt.

Die Lösungen entwickeln sich sehr dynamisch und sind stark von dem Krankheitsgeschehen und den wissenschaftlichen Erkenntnissen abhängig. Eine langfristige Prognose ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Es bleibt allerdings festzuhalten, dass Versicherer schnell und angemessen auf die besondere Nachfrage reagiert haben und nach einer kurzen Entwicklungs- und Umstellungsphase bereits entsprechende Programme anbieten können.

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Spezialmarkt International People Mobility (IPM)

Marktsituation

Jahrelang nahm die Zahl an Dienstreisen zu. Erst die Covid-19-Pandemie setzte dem Aufwärtstrend ein abruptes Ende. So brachen die Reisetätigkeiten laut Alix Partners um 45 bis 65 Prozent ein. Mittelfristig erwarten Unternehmen jedoch eine Zunahme der Reisetätigkeiten, wenngleich künftig stärker überprüft wird, ob Dienstreisen tatsächlich notwendig sind.

Weit über
95 %
der Unternehmen erwarten, dass die Zahl der Reisen mittelfristig wieder zunehmen wird

Abwartend reagieren Unternehmen auch im Bereich der Auslandsentsendungen. Aufgrund von Reisebeschränkungen und mitunter aus wirtschaftlichen Gründen fallen viele Entsendungen aus oder wurden auf unbestimmte Zeit verschoben.

Ausblick

Die Folgen der Viruspandemie offenbaren, dass sämtliche Prozesse, Schutzmaßnahmen und Deckungen nochmals intensiv überprüft werden müssen. Da sich die Lage dynamisch verändert, sind Unternehmen gefordert, sich wesentlich öfter und intensiver mit dem Setup bei Dienstreisen und Entsendungen zu beschäftigen.

Gleichzeitig ist die Compliance – wie in den letzten Jahren auch – eine der größten Unsicherheitsfaktoren bei Dienstreisen und Entsendungen. Es bleibt abzuwarten, wie schnell weitere Verschärfungen in der Post-Covid-19-Ära in Kraft treten werden.

Ohne Maßnahmen wie Gesundheits- und Versicherungs­schutz können Unternehmen ihre arbeitgeber­seitige Fürsorge­pflicht oder „duty of care“ nicht erfüllen.

Markttrends

Der Trend zu digitalen Services und in die Policen integrierte Dienstleistungen setzt sich beschleunigt fort. Insbesondere eHealth-Lösungen rund um Telemedizin und Unterstützungsangebote für Expats zu vielfältigen Themen wie psychischen Problemen oder kulturellen Anpassungsschwierigkeiten rücken künftig noch mehr in den Fokus. So ist beispielsweise davon auszugehen, dass sich ärztliche Erstkonsultationen per Video oder die Nutzungsquoten von Employee-Assistance-Programmen auf einem deutlich höheren Niveau als vor der Corona-Krise einpendeln werden. Darüber hinaus werden Konzepte zur Reisesicherheit und Reisevorbereitung noch intensiver nachgefragt.

Gruppenunfallversicherung

Marktsituation

Die gebuchten Prämien der Versicherer werden am Jahresende voraussichtlich bei 6,7 Mrd. Euro liegen. Dies entspräche einem Plus von 0,5 Prozent an Beitragseinnahmen und damit einer leichten Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Die Schadenaufwendungen dürften sich dagegen mit 3,5 Mrd. Euro etwa auf Vorjahresniveau bewegen, sodass sich die Schadenquote um etwa einen Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr auf 60 Prozent verbessern würde.

Die Sparte Unfall­versicherung bleibt für die Versicherer rentabel. Von einer kurz­fristigen Verhärtung des Marktes ist nicht auszugehen.

Die Zeichnungspolitik der Versicherer wird sich gegenüber den Vorjahren nicht signifikant verändern. Einzige Ausnahme: Bei Portfolios, deren kombinierte Schadenkostenquote 90 Prozent übersteigt, werden die Versicherer wieder aktiv Sanierungsforderungen stellen.

Ausblick

Im Zuge der pandemiebedingt weit verbreiteten Kurzarbeit ist von einem leichten Rückgang des Prämienvolumens in 2021 auszugehen. Auswirkungen auf die Schadenquoten sind hingegen nicht zu erwarten. Der Grund: Ein Leistungsanspruch setzt immer ein Unfallereignis voraus. Die Unfallbedingungen wurden zwar durch Infektionsklauseln teilweise erweitert, Infektionen durch Anhauchen, Anniesen, Anhusten oder jede sonstige Art von Körperkontakt sind aber stets ausgeschlossen. Somit sind die bekannten Übertragungswege des Coronavirus in der Unfallversicherung ausgeschlossen.

Markttrends

Mit dem Ziel, das Risiko einer Virusinfizierung zu verringern, hat sich das Homeoffice als Arbeitsform fest etabliert. Unter den gesetzlichen Versicherungsschutz fallen jedoch nur Unfallereignisse infolge einer versicherten Tätigkeit. Die Abgrenzung zwischen privaten und beruflichen Aktivitäten ist am heimischen Arbeitsplatz aber besonders schwierig. Deshalb lassen sich eigenwirtschaftliche Tätigkeiten nur mit einer 24-Stunden-Deckung lückenlos absichern. Folgerichtig entwickelten verschiedene Versicherer „Homeoffice“-Policen, die als Ergänzung zu Leistungen der Berufsgenossenschaften einen flexiblen, auch zeitlich unbegrenzten Versicherungsschutz („24-Stunden-Deckung“) bieten.

Internationale Unfallversicherungsprogramme werden weiter von Konzernen nachgefragt. Begründet liegt dies an einem ungebrochenen Bedarf nach länderübergreifender Transparenz und Harmonisierung von Leistungen.