Akkus erhöhen Brandgefahr, Haftungsrisiken beachten

Nie zuvor waren wir mobiler. Taktgeber ist die Digitalisierung. Die nötige Energie liefern Lithium-Ionen-Akkus. Überall und zu jeder Zeit. Mit ihrer zunehmenden Verbreitung steigen die Brand- und Explosionsgefahren. Diese „Emerging Risks“ betreffen nicht nur die Akku-Hersteller.

Die Digitalisierung schafft neue Freiräume. Ortsunabhängig erledigen wir unsere Bankgeschäfte per Tablet und kommunizieren per Smartphone. Roboter erleichtern unseren Arbeitsalltag im Berufs- und Privatleben. Elektroautos und E-Scooter lassen uns auch ohne klimaschädliche Emissionen das Fahrziel erreichen. Damit die Mobilitätsgrenzen fallen können, ist eines besonders wichtig: der Einsatz von Lithium-Ionen-Akkus.

Gebäudebrände durch Lithium-Ionen-Akkus nehmen seit 2015 deutlich zu.

Quelle: IFS-Schadendatenbank

Die Energiespeicher sorgen dafür, dass wir zeit- und ortsunabhängig auf die gespeicherte elektrische Energie zugreifen können. Dank ihrer hohen Energiedichte können sie auch in leistungsstarken Geräten vielfältiger Anwendungsbereiche genutzt werden. Dadurch steigt die Nachfrage nach Akkus überproportional an – und mit ihr die Brand- und Explosionsgefahren.

Lithium-Ionen-Akkus können immens heiß werden. Entzünden sie sich und fangen an zu brennen, lassen sie sich nur schwer löschen. Bereits seit einigen Jahren sind die Akkus an immer mehr Gebäudebränden beteiligt. Jüngste Schadenfälle offenbaren das Risikoausmaß: Auf zwei bayerischen Recyclinghöfen entzündeten sich Akkus und lösten ein Feuer aus. In Norddeutschland setzte ein defekter Akku eines E-Bikes eine neue Halle im Geesthachter Gewerbegebiet in Brand.

Solche Brandereignisse können erhebliche Sach-, aber auch Personen- und Vermögensschäden verursachen. Die Haftungsrisiken treffen nicht nur die Akku-Hersteller. Auch Unternehmen, die Akkus verbauen, einsetzen oder das fertige Produkt im Markt einführen, sollten sich der erhöhten Haftungsszenarien bewusst sein.

Brandgefahren durch Riskmanagement verringern

Wie können die Unternehmen risikomindernd gegensteuern? Präventiv ist es ratsam, die Betriebsbereiche, in denen Akkus eingesetzt werden, gezielt hinsichtlich der erhöhten Brandgefahren zu analysieren und sich über den sachgemäßen Umgang mit den Akkus zu informieren. Zweitens sollte der bestehende Versicherungsschutz überprüft werden. Oftmals gewährleisten zu geringe Deckungssummen keine ausreichende Absicherung im Schadenfall. Die Hersteller der Akkus haben darüber hinaus noch weitere Themen wie z. B. Rückrufszenarien und den entsprechend möglichen Versicherungsschutz zu prüfen.