Demografie zwingt Chefs zum Umdenken

Die demografischen Entwicklungen stellen den Arbeitsmarkt in vielen Bereichen auf den Kopf. Arbeitgeber müssen überzeugen, um Fachkräfte zu gewinnen und im Unternehmen zu halten. Die Höhe von Gehältern und Boni allein entscheiden nicht mehr darüber, ob dies gelingt.

Die schwachen Geburtenjahrgänge schlagen immer kräftiger durch. Gleichzeitig geht die sogenannte Babyboomer-Generation verstärkt in den Ruhestand. Beides führt dazu, dass das Arbeitskräftepotenzial kaum noch zunimmt, künftig sogar abnehmen dürfte. In vielen handwerklichen Berufen ebenso wie zum Beispiel in der IT- und Pflegebranche trifft ein Überangebot an Stellen bereits auf eine zu geringe Zahl an Bewerbern. Von Unternehmen erfordert dies ein Umdenken: Faktisch bewerben sie sich bei den Arbeitnehmern um die Besetzung ihrer freien Arbeitsstellen.

Die Anforderungen an den HR-Bereich lauten daher: Mitarbeiter dauerhaft ans Unternehmen binden, Fluktuation aktiv steuern, Belegschaft möglichst lange arbeitsfähig halten und soziale Kompetenz erhöhen. Studien zeigen, dass nur fünf Prozent der Arbeitnehmer ein rein monetäres Anreizsystem bevorzugen. Vielmehr begrüßen sie es mehrheitlich, wenn ihr Arbeitgeber sie durch betriebliche Sozialleistungen unterstützt: angefangen bei einer Betriebsrente und Maßnahmen zur persönlichen Weiterbildung über Dienstwagen und Jobrad bis hin zur betrieblichen Krankenversicherung (BKV) und Berufsunfähigkeitsversicherung (BU).

Arbeitgeber punkten mit Gesundheitsthemen

Bei der BKV gelten seit Anfang 2020 wieder vorteilhafte steuerliche Rahmenbedingungen, die ihr kräftigen Auftrieb geben dürften. Schon seit Jahren ist das betriebliche Gesundheitsmanagement in den Fokus von Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretern gerückt. Die Belegschaften profitieren vielfältig – angefangen bei einem regelmäßigen Gesundheitscheck über Vorsorgeuntersuchungen bis hin zu einer besseren stationären Behandlung und Versorgung mit Heilmitteln. Die Unternehmen profitieren gleichermaßen von den positiven Effekten wie zum Beispiel einer verkürzten Rekonvaleszenz und somit geringeren Kosten aufgrund von krankheitsbedingten Ausfallzeiten.

Bei der Absicherung biometrischer Risiken gibt es besonders in Europa einen Trend zur länderübergreifenden Harmonisierung im Rahmen der Möglichkeiten durch die Dienstleistungsfreiheit (Freedom of Service). Während tendenziell angelsächsische Unternehmen die Richtung beim Berufsunfähigkeitsschutz vorgeben, sind es beim Todesfallschutz eher die französischen Gesellschaften.

Entscheidend ist auch, wie Arbeitgeber ihre betrieblichen Angebote gegenüber ihren Belegschaften kommunizieren. Denn größtenteils kennen Arbeitnehmer nicht alle Angebote und Nebenleistungen ihres Arbeitgebers. Deshalb unterstützt Aon Unternehmen dabei, den Wirkungsgrad solcher Maßnahmen zu erhöhen und bietet verschiedene Kommunikationslösungen an. Zum Beispiel mit Total Rewards Statements über Apps, Internet-Plattformen oder mittels klassischer Medien. Sie geben damit Arbeitnehmern einen individuellen Überblick darüber, wie sich die betrieblichen Leistungen auszahlen – und helfen dabei, dass Mitarbeiter stärker und dauerhaft an das eigene Unternehmen gebunden werden.

Aktuelle Herausforderungen an das Personalwesen

Quelle: Aon EMEA Health Survey 2018

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Quelle: Aon EMEA Health Survey 2018