Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

die Wirtschaft sieht sich großen Herausforderungen gegenüber. Allgegenwärtig sind die tiefgreifenden Folgen der Covid-19-Pandemie in ihren unterschiedlichen Facetten. So hat die Digitalisierung erneut einen kräftigen Schub bekommen, deutlich spürbar in mittlerweile etablierten Homeoffice-Aktivitäten und der starken Vernetzung von Arbeits- und Produktionsprozessen. Beides eröffnet Cyber-Kriminellen neue, vielfältige Angriffsflächen, die erhebliches Risikopotenzial beinhalten.

Mit dem Brexit steht eine weitere, längst nicht ausgestandene Herausforderung auf der Agenda. Einigen sich die Briten und die Europäische Union nicht bis zum Ende dieses Jahres auf ein bilaterales Abkommen, droht auch dem Versicherungssektor ein „No Deal“-Szenario. Hierauf sollten sich alle Beteiligten unvermindert einstellen.

Zwar lässt sich die Schadenentwicklung der Assekuranz angesichts der mit dem Pandemieverlauf verbundenen Unsicherheiten schwer prognostizieren.
Klar ist aber schon heute: Die Schadenaufwendungen werden deutlich steigen und damit den Kampf um höhere Prämien weiter verstärken. In verschiedenen Sparten, wie zum Beispiel der Sach-, Haftpflicht- und Transportversicherung, müssen sich Unternehmen bereits mit Prämienerhöhungen, geringeren Kapazitäten und Deckungseinschränkungen auseinandersetzen.

Die Verankerung von weitreichenden Ausschlüssen in den Deckungen wird den Druck beim Thema „Silent Cyber“ spürbar erhöhen, indem die Erst- und Rückversicherer Data/Cyber-Ausschlussklauseln vereinbart wissen wollen. Diese Klauseln schließen Schäden vom Deckungsschutz aus – so zum Beispiel bei Feuerschäden – die beispielsweise durch eine eingeschränkte Funktion von Daten oder durch Cyberangriffe entstehen. Hier klafft eine gefährliche Lücke im Versicherungsschutz. Denn diese Art von Schäden sind weder in der Sachversicherung noch in einer Spezialdeckung wie der Cyber-Versicherung abgesichert.

Mehr denn je sehen wir uns hier als Vermittler zwischen Industrie und Handel auf der einen und der Versicherungswirtschaft auf der anderen Seite. Es gilt, die betrieblichen Folgen zu identifizieren sowie notwendige und mögliche Anpassungen im Dialog mit den Versicherern umzusetzen. Dabei stehen die Risikotransparenz und der Risikotransfer auch über alternative Modelle besonders im Fokus. Lassen Sie uns gemeinsam passende Lösungen finden!

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Hartmuth Kremer-Jensen
Geschäftsführer | Deputy CEO | CBO

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