Liquiditätsengpässe vermeiden und Wachstumspläne frühzeitig sichern

Die COVID-19-Pandemie trifft die Wirtschaft massiv. Unternehmen aus Branchen wie Tourismus, Luftverkehr sowie Hotel- und Gaststättengewerbe befinden sich durch politische Maßnahmen und ein stark verändertes Kundenverhalten in schwierigem Fahrwasser. Längst spüren auch Gesellschaften traditioneller Industriebranchen wie Logistik, Maschinen- und Anlagenbau die negativen Auswirkungen der Corona-Krise – und dies zunehmend in einem Ausmaß, das der Lage vom Mai 2020 ähnelt.*

Vielfältige Stützungsmaßnahmen des Bundes, wie Kurzarbeit, Überbrückungs- und Liquiditätshilfen, verhindern bisher die vielfach befürchtete Insolvenzwelle. Aufgrund von Verzögerungen bei den Auszahlungen will die Bundesregierung nun Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen entgegenkommen, die über tragfähige Geschäftsmodelle verfügen, infolge der Pandemie aber in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Sie brauchen eine Überschuldung voraussichtlich bis Ende April nicht melden. Bei Zahlungsunfähigkeit gilt hingegen bereits seit Oktober wieder die Insolvenzantragspflicht. Die erhöhten Insolvenzgefahren für die deutsche Wirtschaft werden somit lediglich vertagt, aber nicht beseitigt.

Kreditversicherer müssen auch „kritische“ Risiken weiter tragen

Den Schutzschirm für Warenkreditversicherungen hat die Bundesregierung bereits bis Ende Juni 2021 verlängert. Wie bereits im Frühjahr vergangenen Jahres garantiert der Staat den Kreditversicherern Entschädigungsleistungen für Zahlungsausfälle im Umfang von bis zu 30 Milliarden Euro. Allerdings mussten die Versicherer dabei eine Selbstbeteiligung von zehn Prozent akzeptieren. Das ist sechs Mal so viel wie beim letztjährigen Schutzschirm. Im Gegenzug ist der Prämienanteil, den die Versicherer an den Bund abtreten müssen, um über fünf auf knapp 60 Prozent gesunken.

Gleichzeitig wurden die Kreditversicherer jedoch verpflichtet, ihre bestehenden Kreditlimite weitestgehend aufrechtzuerhalten und damit auch viele „schwierige“ Risiken im Bestand zu belassen. Das wird nicht ohne Folgen bleiben: Sobald der Schutzschirm zur Jahresmitte ausläuft, werden die Kreditversicherer ihre Zeichnungspolitik ohne den Schutzschirm umsetzen. Es ist zu erwarten, dass etliche Risiken dann nicht mehr oder nur noch teilweise zeichnungsfähig sind, da die Annahmebedingungen restriktiver sein werden. Zudem ist mit einem sprunghaften Anstieg von Insolvenzen zu rechnen, was bei Unternehmen zu Zahlungsausfällen führen wird und damit zu Liquiditätsengpässen. Zudem dürfte sich die Zahlungsmoral bei vielen Unternehmen verschlechtern, was die Liquiditätssituation weiter anspannen dürfte.

Selbst Top-Kunden können schnell in Schieflagen geraten

Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit sehen sich Unternehmen infolge der Pandemie mit erhöhten Risiken konfrontiert. Das gilt auch mit Blick auf politische Maßnahmen, die sich nicht mehr abschätzen lassen. Frühere sogenannte Blue Chip-Länder sind davon ebenfalls betroffen. Die Unsicherheiten sind groß. Jederzeit ist mit Störungen in bislang funktionierenden Lieferketten zu rechnen. Selbst Top-Unternehmen können so schnell in Schieflagen geraten. Vorausschauendes Handeln ist daher das Gebot der Stunde, um negativen Auswirkungen auf die Bilanz frühzeitig entgegenzuwirken. Eine effiziente Risikoanalyse und bilanzstärkende Maßnahmen sind von herausragender Bedeutung.

Angefangen bei Factoring- bis hin zu Bürgschaftslösungen eröffnen sich vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten, um den betrieblichen Bilanzschutz gezielt zu verbessern. Das gilt nicht nur für Großunternehmen. Aon setzt gerade auch für mittelständische Betriebe individuelle Lösungen um, die weit über klassische Kreditversicherungen hinausgehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob drohende Liquiditätsengpässe beseitigt oder künftige Wachstumspläne finanziell gesichert werden sollen. Wer jetzt handelt, legt den Grundstein, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen und richtig durchzustarten, sobald die Pandemie überwunden ist. Die Experten von Aon Credit Solutions beraten Sie gerne dabei.

*Ergebnisse aus der 7. Erhebungswelle der Studie „Betriebe in der COVID-19-Krise“, www.iab.de

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