Devise: Homeoffice – “Gefahr im Verzug” zwischen Schreibtisch und Wasserkocher

Auch wenn das Arbeiten vom heimischen Schreibtisch aus für so manchen eine neue Flexibilität mit sich gebracht hat: Wenn Unternehmen mit Blick auf die Absicherung ihrer Mitarbeiter nicht clever vorgesorgt haben, bringt das Home Office einige Probleme mit sich. Nicht im Moment des Arbeitens – sondern vielmehr dann, wenn man sich ganz selbstverständlich in seiner Wohnung, seinem Haus frei bewegt. Warum? Weil der Bereich „Home Office“ eine nicht unerhebliche Deckungslücke in der gesetzlichen Unfall-Versicherung darstellen kann.

Leere Flure, vereinsamte Büros, geschlossene Kantinen: Die COVID-19 Pandemie hat aus vielen Arbeitsstätten Geisterhäuser gemacht; der Großteil der Arbeitnehmerschaft verrichtet seine Arbeit in den eignen vier Wänden. #stayathome heißt das Gebot der Stunde. Und dem sind viele Unternehmen nachgekommen – wo nur immer möglich sind Mitarbeiter zu ihrem eigenen Schutz aufgefordert worden, von zuhause zu arbeiten.

Home Office als Gefahrenzone?

Kurz gesagt: Mitarbeiter, die im Home Office arbeiten, haben bei einem Unfall in der Regel nicht denselben Versicherungsschutz wie im Büro oder im Betrieb.

Am Beispiel verdeutlicht heißt das: Bringt ein Mitarbeiter auf seinem morgendlichen Weg ins Büro (C) die Tochter in die Kita oder Schule (B), so gilt der Weg von Zuhause (A) bis in die Arbeitsstätte als Arbeitsweg. Unfälle, die sich auf diesem Weg von A über B nach C ereignen, sind über die Berufsgenossenschaft versichert. Überträgt man dieses Beispiel nun auf die vergangenen Monate, so verläuft der Weg nur noch von A nach B nach A – hier allerdings verbunden mit einem Wegfall des Versicherungsschutzes, denn im Home Office gibt es keinen mitversicherten Arbeitsweg.

Gleiches gilt für jegliches „Bedürfnis“ – sei es der Gang in die Küche für ein kurzes Mittagessen oder die Notwendigkeit das Stille Örtchen aufzusuchen: Diese Wege sind – auch wenn man die restliche Zeit arbeitet – nicht versichert. Zwar sind auch während eines Büroaufenthalts sogenannte eigenwirtschaftliche (also private) Tätigkeiten wie beispielsweise das Mittagessen in der Kantine, die Mittagspause im Park, der Toilettengang oder die Raucherpause nicht versichert, die Wege bis zur jeweiligen Örtlichkeit dagegen schon. Heißt im Umkehrschluss: Passiert auf dem Weg vom Schlafzimmer über das Bad hin zum Schreibtisch etwas, leistet die Berufsgenossenschaft schlichtweg nicht.

Der Grund für diesen Mangel an Absicherung ist – wenn vielleicht auch nicht auf den ersten Blick ersichtlich (schließlich arbeitet man doch!) – bei näherer Betrachtung jedoch nachvollziehbar: Im Home Office – also in den eigenen vier Wänden – hat der Arbeitgeber keinen Einfluss auf die Ausgestaltung der Sicherheit der örtlichen Gegebenheiten. So gilt der Arbeitsplatz zuhause per se nicht als Teil der Betriebsstätte und ist somit auch nicht Teil der gesetzlichen Unfallversicherung für den Angestellten.

Die vergangenen Monate haben jedoch gezeigt, dass das Arbeiten im Home Office nicht als schwarz-weiß Aufnahme gesehen werden kann. Zwischen privater und beruflicher Tätigkeit zu unterscheiden ist das eine, doch die durch Corona herbeigeführten, verschärften Umstände, haben die Abgrenzung zwischen diesen beiden Bereichen deutlich verkompliziert. Plötzlich geht es nicht mehr nur um das Ausüben des eigenen Jobs von zuhause aus; viele Eltern stehen nunmehr vor der Herausforderung, sich parallel zu ihrer Arbeit auch um ihre Kinder kümmern zu müssen, da Schulen, Kitas und Krippen geschlossen sind. Hier nun eine klare Grenze zu ziehen zwischen „Was ist Job und was nicht?“ ist schier unmöglich.

Was bedeutet das für den Mitarbeiter?

Widerfährt dem Mitarbeiter im Home Office ein Unfall und steht dieser nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit, besteht im Invaliditäts- oder Todesfall kein Anspruch auf Leistung aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Die aus einer solchen Deckungslücke resultierenden Konsequenzen können den verunfallten Mitarbeiter oder auch seine Hinterbliebenen in große finanzielle Schwierigkeiten bringen.

Arbeitgeber sollten gezielt aktiv werden

Unternehmen, die Ihre Belegschaften so gut es geht von einer Ansteckung mit COVID-19 schützen wollen und daher eine Home Office-Lösung für ihre Mitarbeiter bevorzugen, sollten sich über die Folgen einer solchen Entscheidung im Sinne ihrer Angestellten bewusst sein. Um also eine breite Absicherung zu gewährleisten, die auch dann greift, wenn das Home Office zum neuen Büro geworden ist, bedarf es kluger Überlegungen und Investitionen – im besten Falle natürlich bereits vor einem Home Office Aufenthalt der Mitarbeiter.

Der Abschluss einer sogenannten „Home Office Deckung“ für alle Angestellten kann die negativen finanziellen Folgen eines Unfalles, der sich innerhalb der eigenen Wohnung ereignet, auffangen. Versichert sind hierbei alle Unfälle, die im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit stehen und zuhause passieren, ebenso wie Wege zur Nahrungs- und Getränkeaufnahme, zur Haustür oder Briefkasten sowie während die Betreuung von minderjährigen Kindern in der Wohnung bzw. im Einfamilienhaus einschließlich des dazugehörigen Grundstücks.

Unsere Empfehlung für Unternehmen ist jedoch die „24 Stunden Deckung“ – sozusagen ein Rundum-Sorglos-Paket für alle Mitarbeiter. Eine solche Versicherung deckt sämtliche Unfälle des täglichen Lebens ohne zu unterscheiden, ob es sich um private oder berufliche Tätigkeiten handelt.

Gruppenunfall-Versicherung: Welche Leistungen können abgeschlossen werden?

Die gängigsten Leistungen betreffen den unfallbedingten Tod sowie die durch einen Unfall verursachte Invalidität, jeweils als einmalige Kapitalleistung. Darüber hinaus hat das Unternehmen die Möglichkeit, den Versicherungsschutz um Krankenhaustagegeld, Tagegeld, Unfallrente oder verbesserte Übergangsleistung zu ergänzen.

Da jedes Unternehmen – abhängig von Branche und Tätigkeitsfeld der Mitarbeiter – individuell ist, ist es ratsam, auch den Versicherungsschutz so individuell wie möglich zu gestalten. Der Bereich Aon Health Solutions steht hierbei mit Rat und Tat zur Seite und erstellt gemeinsam mit Ihnen eine passende Versicherungslösung für Ihre Organisation.

 

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Michaela Wulff
Produktmanagement – Group Accident | Aon Health Solutions
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