Deutsch-asiatische Geschäftsbeziehungen: Neues Asien/Pazifik-Freihandelsabkommen

Mit der RCEP, die „Regional Comprehensive Economic Partnership (deutsch: Regionale umfassende Wirtschaftspartnerschaft), tritt ein neues umfangreiches Freihandelsabkommen zwischen 14 asiatisch-pazifischen Staaten und China in Kraft, das den freien Handel in Asien deutlich ankurbeln dürfte und vor allem für China als großer Gewinn gilt.

Doch welche Auswirkungen wird das neue Abkommen auf den europäischen Handel haben? Und mit welchen Folgen müssen deutsche Unternehmen in asiatischen Geschäftsbeziehungen rechnen? Mit seiner umfassenden gesamtasiatischen Kompetenz unterstützt Aon betroffene Kunden und steht ihnen bei allen Unklarheiten im Rahmen der Neuerungen zur Seite.

Die Verabschiedung des RCEP-Abkommens ist ein wahrer wirtschaftlicher Meilenstein, der mit großer Voraussicht auch Auswirkungen auf die weltweite Wirtschaft haben wird. Nicht ohne Grund dauerte die Aushandlung über acht Jahre und bedurfte insgesamt 31 Verhandlungsrunden und 18 Ministertreffen. Dass der Vertrag schließlich abgeschlossen wurde, ist ohne Zweifel ein enormer Fortschritt für den asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraum. Denn mit dem Abkommen ist der größte Freihandelsblock der Welt entstanden.

Das RCEP-Abkommen auf einen Blick

Die Mitglieder des neuen Abkommens lassen sich grob in drei Cluster unterteilen. Allen voran stehen die Wirtschaftsgiganten China, Japan und Südkorea. Ein zweites Cluster bilden die Ozeanien-Staaten mit Neuseeland und Australien, während die dritte Gruppe die zehn südostasiatischen Länder Vietnam, Singapur, Indonesien, Malaysia, Thailand, Philippinen, Myanmar, Brunei, Laos und Kambodscha umfasst. Das auf den Technologiesektor fokussierte Indien entschied sich kurzfristig gegen eine Teilnahme. Da die Regelungen stark von Handelsabkommen im Agrarsektor beeinflusst sind, ist dieser Schritt jedoch wenig überraschend.
Mit rund 2,2 Milliarden Menschen vereint die RCEP nun fast 30 Prozent des Welthandels. Und Experten gehen davon aus, dass das Handelsvolumen das der EU mit ca. 33 Prozent in Zukunft sogar noch überholen könnte.

Auch wenn die langfristigen Folgen und Potenziale noch ungewiss sind, ist klar: Gewinner des Zusammenschlusses ist bereits heute China, das jetzt zumindest ein ganzes Stück unabhängiger von Märkten in Nordamerika ist. Gleichzeitig muss aber betont werden, dass das neue Abkommen längst nicht alle Probleme zwischen den Handelspartnern löst. Denn politische Spannungen zwischen China und anderen Mitgliedsstaaten, wie Australien, bestehen weiterhin.

Was bedeuten die Neuerungen für den Europäischen Markt?

Das RCEP-Abkommen verringert Zölle innerhalb des asiatisch-pazifischen Raums, legt gemeinsame Handelsregeln fest und erleichtert damit auch dortige Lieferketten. Es umfasst Handel, Dienstleistungen, Investitionen, E-Kommerz, Telekommunikation und Urheberrechte und insbesondere beim Güterverkehr ist ein großer Anstieg zu erwarten. Das erhöht den Wettbewerbsdruck für europäische Märkte und es ist nicht auszuschließen, dass Unternehmen bestimmter Branchen Nachteile zu spüren bekommen werden, sollten sie nicht frühzeitig handeln und sich an die neuen Marktbedingungen anpassen. Denn das neue Freihandelsabkommen könnte dazu führen, dass bestimmte Im- und Exporte reduziert werden, weil man sich innerhalb der RCEP auf die vereinfachten Rahmenbedingungen beim Handel fokussiert.

Was bedeuten die Neuerungen für deutsch-asiatische Beziehungen?

Auch für deutsche Unternehmen wird der Druck im Wettbewerb steigen. Während Deutschland bislang von asiatischen Verbindungen profitierte, steigen durch den Zusammenschluss auch die asiatischen Kompetenzen in Bereichen wie Technologie und IoT. Trotz der größeren Anzahl an Wettbewerbern steht Deutschland aber dennoch auch weiterhin im Vorteil. Denn während Aspekte wie Arbeitnehmerrechte, freie Gewerkschaften und Umweltstandards im neuen Freihandelsabkommen unberührt bleiben, wird China beispielsweise aufgrund einer angestrebten Optimierung der Klimaziele die deutsche Partnerschaft weiterhin als unverzichtbar betrachten. Ein weiterer Vorteil ist die stabile politische Lage im europäischen Raum, die – im Vergleich zu den asiatischen Bedingungen – ein hohes Maß an Sicherheit auf den Märkten verspricht.

Aon navigiert, begleitet und berät

Die erhöhte Zahl an involvierten Akteuren macht zweifelsfrei vieles komplizierter und bringt auch neue Risiken mit sich. Die Dynamik, mit der sich Deutschland und asiatische Staaten aneinander anpassen müssen, wird deshalb noch wichtiger. An dieser Stelle unterstützt Aon Kunden, indem es sie durch den Dschungel an neuen Anforderungen und Risiken navigiert und zwischen den zahlreichen Akteuren vermittelt. Kunden profitieren hier von der gesamtasiatischen Kompetenz: Denn Aon besitzt tiefgehende Kenntnisse über beide Märkte und Kulturen und kann zugleich auf ein globales Netzwerk zurückgreifen. So versteht sich Aon beispielsweise darin, den Risikotransfer zu managen, Risiken interkontinental aufzuteilen und diesbezüglich Finanzierungswege zur Verfügung zu stellen.

Unternehmen, die sich unsicher sind, was das neue Abkommen für ihre individuelle Situation bedeutet, können sich jederzeit an die Aon Experten wenden und beraten lassen. Dabei ist es wichtig, frühzeitig zu handeln, statt erst einmal abzuwarten. In einem ersten Schritt werden dann im Rahmen der Risikoanalyse neu entstandene Zusatzrisiken identifiziert. Auf dieser Basis begleitet Aon dann bei der Risikoprävention und Navigation.

Auch, wenn die Situation mit der RCEP für deutsche Unternehmen zunächst nicht einfacher wird, so werden die deutsch-asiatischen Beziehungen in Zukunft definitiv auch intensiver. Und das könnte sich früher oder später als deutlicher Vorteil entpuppen.

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Jan Körner
Leiter Aon China Desk
+49 711 96030-1141