COVID-19 und die Psyche: Welche Auswirkungen hat die Krise auf unsere mentale Gesundheit?

Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sind überall spürbar. Viele Arbeitnehmer befinden sich im Homeoffice, und Kontakt- oder sogar Ausgangssperren sorgen dafür, dass ein soziales Leben quasi nicht mehr stattfindet. Wir befinden uns im Ausnahmezustand – einer Situation, die es so bisher noch nicht gegeben hat. Waren es zunächst Sorgen um die wirtschaftlichen Folgen, ist nun auch die extreme psychische Belastung vieler Menschen ein ernstes Thema. Für Unternehmen heißt es jetzt, frühzeitig zu handeln, um die Gesundheit und Arbeitskraft ihrer Mitarbeiter zu erhalten.
Der Mensch ist ein soziales Wesen und könnte ohne den Kontakt zu seinen Mitmenschen nicht überleben. Die aktuelle Situation zwingt uns jedoch in die soziale Isolation. Die meisten Menschen unterstützen diese extreme Maßnahme, hat sie doch zum Ziel, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und die Lage in den Griff zu bekommen. Viele erhoffen sich dadurch eine baldige Rückkehr in die Normalität. Zum jetzigen Zeitpunkt kann jedoch keiner sagen, wann diese Rückkehr stattfinden wird. Fest steht aber bereits, dass es sich um einen langsamen Prozess handelt. Doch: Wie lange kann ein Mensch in sozialer Isolation überhaupt gesund bleiben?

WHO warnt vor erhöhten Raten an Stress und Ängsten

Laut WHO ist bereits jetzt ein deutlicher Anstieg der Angst- und Stress-Raten zu verzeichnen. Diese gelten aktuell noch als die gängigsten psychischen Auswirkungen der Pandemie. Je länger wir uns aber im Ausnahmezustand befinden, desto eher ist auch mit einer rapiden Zunahme an Einsamkeit, Depressionen, Alkohol- oder Drogenmissbrauch oder sogar suizidalen Gedanken zu rechnen. Diese Prognosen sind alarmierend, denn die mentale und emotionale Gesundheit ist essenziell für die Erfüllung von Beruf und täglichen Aufgaben. Heute leiden nach Angaben der WHO etwa 264 Millionen Menschen unter Depressionen. Diese gelten als einer der Hauptgründe für Arbeitsunfähigkeit. So verzeichnet die Weltwirtschaft jährlich einen Verlust von einer Billion US-Dollar aufgrund von Depressionen und Angsterkrankungen. Ein zusätzlicher Ausfall von Mitarbeitern, also der treibenden Kräfte, die unsere Wirtschaft derzeit noch am Leben halten, könnte weitere fatale Folgen mit sich ziehen.

Emotionale Gesundheit von Mitarbeitern

Eine 2019 von Aon durchgeführte Umfrage zum Thema emotionale Gesundheit zeigte, dass 86 Prozent der Arbeitgeber emotionale Gesundheit unter den Top drei Faktoren in Bezug auf den allgemeinen Gesundheitszustand ihrer Mitarbeiter betrachteten. Fast alle waren überzeugt, dass ihnen als Arbeitgeber dabei eine große Verantwortung zuteil wird. Denn die Auswirkungen psychischer Belastungen können den Betrieb schädigen, indem sie beispielsweise zentrale Abläufe und die Arbeitsqualität erheblich beeinträchtigen oder die Arbeitssicherheit gefährden.

Arbeitgeber müssen handeln

Insbesondere in der aktuellen Situation ist es wichtig, dass Arbeitgeber sich um ihre Mitarbeiter kümmern und ihnen Unterstützung bieten, wann immer diese benötigt wird. Damit baut der Arbeitgeber nicht nur langfristig Vertrauen auf, er gibt seinen Mitarbeitern auch ein Gefühl von Sicherheit und sorgt mit präventiven Maßnahmen tatsächlichen Schäden vor. Was aber können Unternehmen konkret tun?

Zunächst sollten im Fall von Homeoffice Regelungen regelmäßige Videokonferenzen stattfinden, die allen Angestellten ein Gefühl von Routine und Normalität vermitteln. Arbeitnehmer müssen gerade in schwierigen Situationen wissen, dass sie sich jederzeit an Vorgesetzte wenden können und sie mit eventuellen Problemen keinesfalls allein sind.

Darüber hinaus können Arbeitgeber nützliche Materialien zur Verfügung stellen, die den Angestellten Tipps zum Umgang mit der Isolation und zur Bewältigung von Traurigkeit oder Einsamkeit verhelfen. Ferner können Unternehmen der Belegschaft mit kleinen Gesten, wie einer humorvollen oder service-orientierten internen Kommunikation (News, Rezepte, Yoga-Anleitung über interne Kanäle) sowie kleinen Präsenten wie einem Snack-Notfall-Paket fürs Homeoffice ihre Wertschätzung ausdrücken.

Vor allem in stressigen Branchen sind aber auch zusätzliche Angebote für Gesundheits-Maßnahmen zu empfehlen. So ermöglichen diverse mHealth apps die Interaktion mit Medizinern oder Therapeuten von Zuhause aus.

Im Idealfall stellen Unternehmen hauseigene Beratungs-Services zur Verfügung. Solche Assistance-Leistungen werden von zahlreichen Versicherern angeboten. Sollten Sie Interesse an einer solchen Police haben, wenden Sie sich gerne an Aon. Unsere Experten beraten Sie ausführlich und stellen Ihnen die optimalen Möglichkeiten zusammen.

Was auch immer Sie tun möchten, um für das psychische Wohl Ihrer Mitarbeiter zu sorgen: Handeln Sie jetzt und sorgen Sie vor, bevor ein Schaden überhaupt eintritt.

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Nicoletta Blaschke
Director Health Solutions
+49 69 29727-5293

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