Aon Risk Map: Corona schafft neue globale politische Risiken

Enteignung, Nichtkonvertierung von Geldern, Vertragsbruch, Missachtung von Gerichtsurteilen, die Besetzung des Betriebsgeländes durch hoheitliche Sicherheitskräfte oder die Beschlagnahme importierter Spezialmaschinen: Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen ins Ausland müssen sich zum Teil auf neue und erhöhte politische Risiken einstellen und vorbereiten.

Seit nunmehr 1,5 Jahren begleitet uns die Corona-Pandemie auf der ganzen Welt und viel hat sich seither verändert. Wichtige Learnings haben Entwicklungen vorangetrieben, der globale Lockdown ist Vergangenheit und immer mehr Menschen sind geimpft. Doch, auch wenn es so scheint, als ginge es langsam bergauf, werden die Folgen der Pandemie wohl noch lange Zeit spürbar sein. Dies zeigt nicht zuletzt der Aon Risk Map-Report 2021 – eine internationale Risikoübersicht, die Aon seit über 20 Jahren in Kooperation mit Dragonfly and Continuum Economics regelmäßig erstellt. Während die Krise 2020 dazu geführt hat, dass terroristische Aktivitäten zunächst weltweit zurückgegangen sind, wurden gleichzeitig verbreitet Aktivitäten zum Klimaschutz gebremst. Insbesondere Schwellenländer wurden dabei ein ganzes Stück in ihren Entwicklungen zurückgeworfen, was auch politische Unruhen in diesen Regionen begünstigt. Und auch beim Terrorismus ist nach Ende der coronabedingten Restriktionen mit einem Wiederaufflammen zu rechnen. Denn Extremisten und Terroristen organisieren sich im Hintergrund neu und passen sich den aktuellen Entwicklungen an. Wie akut das Risiko für Unruhen ist, zeigte der Sturm auf das Kapitol in den USA.

International agierende Unternehmen sollten sich eingehend mit aktuellen und potenziellen Risiken in ihren Geschäftsgebieten – ganz besonders jedoch in Schwellenländern – beschäftigen und sich frühzeitig um einen adäquaten Versicherungsschutz bemühen.

Politische Risikobereiche, die Unternehmen kennen sollten

Vom Export einer komplexen Maschine über den Firmenkauf im Ausland bis hin zur Expansion: In allen Fällen sind meist hohe Werte im Spiel und reibungslose Abläufe unbedingt erforderlich. Unternehmen sollten den Markt deshalb gut kennen, sich frühzeitig mit den von Region zu Region stark unterschiedlichen Risiken vertraut machen und auf den Worst Case vorbereiten. Basierend auf den langjährigen und internationalen Erfahrungen hat Aon für die Risk Map Risikocluster der politischen Risiken identifiziert, die eine gute Übersicht über mögliche Gefahren darstellen und vor jedem Geschäftsabschluss evaluiert werden sollten.

  1. Devisentransfer: Risiko, dass wegen Einführung von Landeswährungskontrollen keine Zahlungen in harter Währung möglich sind. Die Folgen sind u.a. Einschränkung des Kapitalverkehrs und Wechselkurskontrollen/Nichtkonvertierbarkeit.
  2. Einstellung staatlicher Zahlungen: Risiko, dass ausländische Regierung oder staatliche Unternehmen Verpflichtungen im Zusammenhang mit Darlehen oder anderen finanziellen Zusagen nicht nachkommen.
  3. Recht und Ordnung: Risiko für finanzielle oder reputationsbetreffende Verluste infolge von Schwierigkeiten, Gesetze, Bestimmungen oder Vorschriften eines Landes einzuhalten.
  4. Politische Einflussnahme: Risiko staatlicher Interventionen in die Wirtschaft (z. B. Verstaatlichung oder Enteignung), die sich negativ auf Auslandsgeschäfte auswirken.
  5. Politische Gewalt: Risiko von Streiks, Unruhen, Aufruhr, Sabotage, Terrorismus, böswilliger Beschädigung, Krieg, Bürgerkrieg, Rebellion, Revolution, Aufstand, feindlichem Akt einer kriegführenden Macht, Meuterei oder Staatsstreich.
  6. Risiko für Geschäftstätigkeiten: Risiko von behördlichen Hindernissen bei der Errichtung eines Unternehmens oder bei operativen Geschäften im Land. Z. B. aufwendige Verwaltungsverfahren, Zeit und Kosten für die Eintragung eines neuen Unternehmens, Umgang mit Baugenehmigungen, grenzüberschreitender Handel und die Gewährung von Bankkrediten bei Vorlage solider Geschäftspläne.

Besondere Vorsicht bei Schwellenländern geboten

Jedes dieser Risiken kann jederzeit eintreten, was insbesondere im Rahmen von Wahlen nicht zu unterschätzen ist. Denn eine neue Regierung verändert die Machtverhältnisse oft schlagartig und kann neue politische Regulationen und Systeme völlig unverhofft in Kraft setzen. Bestimmte Lizenzen werden plötzliche abgeschafft, Waren oder Firmen werden enteignet, es entstehen Haushaltsdefizite oder eine Währung kann nicht mehr transferiert werden: Solch akute Veränderungen können das Geschäft schnell langfristig schädigen.

Dabei hat die Pandemie insbesondere in den Schwellenländern zu größeren Haushaltsdefiziten, stärkerer Inflation und steigender Staatsverschuldung geführt, was auch das Risiko erhöht, dass diese Staaten bei den Anstrengungen zum Klimaschutz zurückfallen. Folgen wie Aufstände, Unruhen, Putsch-Versuche und Regierungswechsel sind jederzeit möglich.

Aon begleitet Kunden von der Planung bis zur Umsetzung

„Die Welt ist durch Corona nur vordergründig sicherer und nachhaltiger geworden. Doch Terrorismus und Klimawandel werden die beherrschenden Themen bleiben. Auch die politischen Risiken wachsen in immer mehr Ländern. Dabei sind die Entwicklungen von Land zu Land sehr unterschiedlich. Entscheider in global operierenden Unternehmen sind gut beraten, diese Faktoren im Blick zu halten,” empfiehlt Silja-Leena Stawikowski, Senior Expert of Political & Special Risks bei Aon.

Unternehmen, die Geschäfte im Ausland planen, können sich dabei über die interaktive und kostenlose Aon Risk Map einen ersten Eindruck über die Sicherheitslage im Zielland machen. Gerne unterstützen die Aon Experten im Anschluss die detaillierte Analyse und erstellen eine individuelle Risikobewertung. Daraufhin lassen sich gezielte Präventionsmaßnahmen ergreifen, zu denen auch ein maßgeschneiderter Versicherungsschutz gehört. Aon verfügt über ein umfassendes und internationales Netzwerk an Versicherern und findet für Kunden genau die Versicherungslösung, die sie brauchen – von der Produktion über den Zahlungsausfall bis hin zu politischen Risiken.

Die interaktiven Aon Risk Maps 2021 zu unterschiedlichen Risikothemen und historischen Entwicklungen sind nach einmaliger Registrierung unter der folgenden Adresse online verfügbar:
https://www.riskmaps.aon.co.uk/Register

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Silja-Leena Stawikowski
Senior Consultant – Credit Solutions
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